In einer Studie wird Österreichern eine weltweit fast einzigartige Unfreundlichkeit bescheinigt. Kann das stimmen, das Klischee des grantelnden Wieners, dem man bloß nicht zu nahe kommen soll?
Natürlich wird man ungern Vorletzter. Platz 64 von 65, gerade noch vor Kuwait. Aber vielleicht war der eine oder andere schon auch ein bisschen stolz, so insgeheim. Weil fast unfreundlichstes Land der Welt, das schafft sonst niemand. (Außer Kuwait.)
In einer vor wenigen Tagen veröffentlichen Studie jedenfalls wurden die Österreicher von Expats – ausländischen Mitarbeitern, die zum Arbeiten nach Österreich gekommen sind – als außerordentlich unfreundlich bezeichnet. Zudem wurde Österreich zum zweitschlechtesten Land weltweit gewählt, wenn es darum geht, wie leicht (oder eben schwer) man sich im neuen Umfeld einleben kann.
Für Freunde der Klischees sind diese Studienergebnisse natürlich eine Bestätigung: Es gibt ihn also immer noch, den grantelnden Wiener. (Die meisten Expats in Österreich – 28.000 in etwa – arbeiten in Wien, somit dürften in der Studie wohl vor allem Wiener gemeint sein.) Der verschlossene Wiener, der allem Neuen (und jedem Fremden) gegenüber zuallererst skeptisch begegnet, raunzert und im Zweifel schlecht gelaunt daherkommt. So unfreundlich (und auch noch stolz darauf), das muss uns erst einer nachmachen. Aber kann das so stimmen?