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Der Dreikampf oder: Ablehnung als Wahlmotiv

FILE PHOTO: Austria's Foreign Minister Kurz and Chancellor Kern talk in Vienna
Sebastian Kurz und Christian Kern.REUTERS
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Am Freitag diskutieren Kanzler Christian Kern, ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache erstmals öffentlich miteinander. Die Parteien warnen – je nach Standpunkt – vor einer Koalition ihrer Gegner.

Norbert Hofer ist also der Joker für die FPÖ. Nicht nur bei der Bundespräsidentenwahl, wo er mehr oder weniger unfreiwillig gezückt wurde. Oder bei der Präsentation des Wahlprogramms, bei der der Stellvertreter ganz ohne Parteichef auftrat. Auch bei einer der künftigen vielen TV-Konfrontationen wird Hofer vorgeschickt: Wie es die Regeln der ORF-Duelle erlauben, wird er statt FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache mit Ulrike Lunacek von den Grünen diskutieren. An der Dreierkonfrontation am Freitag will der Chef aber doch persönlich teilnehmen: Ab 15 Uhr treffen Kanzler Christian Kern (SPÖ) und ÖVP-Chef Sebastian Kurz bei einer Debatte der „Presse“ mit den Bundesländerzeitungen aufeinander (livestream auf www.diepresse.com/wahl17). Es ist immerhin das erste Mal, dass die Obmänner der beiden Regierungsparteien öffentlich diskutieren. Und das erste Mal, dass Strache an einer solchen Debatte teilnimmt.

Auch wenn es die drei Kandidaten nicht gern hören werden: Am Ende wird es darum gehen, welche beiden Personen am besten miteinander können. Denn dass sich abseits ihrer drei Parteien eine Koalition ausgehen wird, ist sehr unwahrscheinlich.

Das versucht man nun auch taktisch für sich zu nutzen – und zwar in nahezu allen Bereichen. Kern selbst macht es mit seiner Ansage, bei einem zweiten Platz in Opposition zu gehen. Dann drohe Österreich eine schwarz-blaue Regierung. Strache macht dasselbe seit Jahren leidenschaftlich, allerdings mit Rot-Schwarz: Auch heute noch warnt er davor, dass das Ende der sogenannten Großen Koalition noch lang nicht eingeläutet sei. Wer die Freiheitlichen wähle, verhindere einen weiteren Stillstand.