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Apple: iPhones müssen nur ein Jahr halten

Apple räumt eine kurze Lebensdauer von iPhones vor Gericht ein. Hintergrund ist eine Sammelklage, die in Kalifornien gegen den Konzern eingebracht wurde.

Cupertino. Am Dienstagabend warf der kalifornische Technologiekonzern Apple mit dem iPhone X sein bis dato teuerstes Smartphone auf den Markt. Wer die gut tausend Euro dafür auf den Tisch legt, kauft sich damit aber möglicherweise nur ein kurzes Vergnügen. Obwohl Apples Führungsebene offiziell damit wirbt, die „langlebigsten Geräte“ zu verkaufen, sieht es der Konzern im Einzelfall dann doch etwas anders.

>> Nachlese: Apple präsentiert iPhone X mit Super Retina Display

Genau ein Jahr lang müsse ein Smartphone aus dem Hause Apple funktionieren, argumentieren die Anwälte des Unternehmens derzeit vor Gericht. Hintergrund ist eine Sammelklage, die in Kalifornien gegen Apple eingebracht wurde. Grund dafür: Beim iPhone 6 unterliefen dem Unternehmen offensichtlich gröbere Designmängel mit der Folge, dass Tausende Touchdisplays binnen weniger Monate ihren Geist aufgaben. Die Kläger argumentieren, dass die Konsumenten beim Kauf berechtigterweise davon ausgingen, dass die Geräte zumindest zwei Jahre lang funktionieren, da sie üblicherweise auch einen Zweijahresvertrag mit ihren Netzbetreibern abschließen.

 

Drei Jahre Lebensdauer

Die übliche Garantie laufe ein Jahr, genau so lang müsse das Gerät halten, erwidert der Konzern. Alles, was danach passiere, sei eben Pech. In seinen Nachhaltigkeitsberichten rühmt sich das Unternehmen hingegen damit, dass seine Geräte – auch zum Wohl des Planeten – im Schnitt drei Jahre lang im Einsatz seien.

Tatsächlich liegt die Lebensdauer eines iPhone im Schnitt weit über einem Jahr. Auch der Wiederverkaufswert alter Geräte ist hoch – solang sie noch funktionieren. (auer)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2017)