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Iraker hacken Predator-Drohne der USA mit 26-Dollar-Software

(c) Reuters (Ho)
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Aufständische konnten Videoübertragungen der Aufklärungs-Flugzeuge abfangen. Die eingesetzte Software ist leicht zu beschaffen. Aus dem Pentagon heißt es, der Fehler sei schon behoben worden.

Irakischen Aufständischen ist es nach Angaben des Wall Street Journal gelungen, Videoübertragungen aus ferngesteuerten Drohnen - die zu den wichtigsten Spionagesystemen des US-Militärs zählen - mit Hilfe einfachster Billig-Software abzufangen. Wie weiter berichtet, habe man auf beschlagnahmten Laptops "Stunden und Stunden" von Material von Drohnen-Kameras gefunden. Das Pentagon hat inzwischen einen Fehler in der Sicherheit der Drohnen bestätigt. Dieser sei aber schon seit Längerem behoben worden.

Billig-Software auch in Afghanistan verwendet

Ein ungenannter US-Offizier sagte nach Angaben des "Wall Street Journal", auch in Afghanistan habe man Belege für abgefangene Videoübertragungen gefunden. Die Software, mit der irakische Aufständische die High-Tech-Waffen der USA überlisten, bekommt man den Informationen zufolge für 26 Dollar (18,1 Euro). Es sei Aufständischen damit gelungen, die Videoübertragungen von ferngesteuerten Drohnen vom Typ Predator abzufangen.

Kontrolle nicht möglich

Es gebe keine Belege dafür, dass die Aufständischen auch in der Lage gewesen wären, die Kontrolle über die Drohnen zu übernehmen oder auch nur deren Flüge zu behindern. Doch eine Live-Überwachung der unbemannten Flugzeuge bringe einem Feind auch so schon große Vorteile: Die Drohnen werden sowohl zur Überwachung des Feindes als auch für Luftangriffe eingesetzt. Das Überraschungsmoment, das den USA dabei bisher in die Hände spielt, wäre durch den nun kolportierten Video-Hack dahin gewesen.

Drohnen als Rückgrat der US-Strategie

Die USA verlassen sich sowohl im Irak als auch in Afghanistan mehr und mehr auf die Drohnen vom Typ Predator und das neuere, teurere Modell Reaper. Sie erlauben Überwachung und Angriffe ohne die eigenen Soldaten in Gefahr zu bringen. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, er werde weitere Drohnen nach Pakistan schicken, um Extremisten in Schach zu halten.

Problem seit 2008 intern bekannt

Dem Blatt zufolge wurde das Problem bereits im vergangenen Dezember entdeckt, als US-Soldaten einen militanten Schiiten festsetzten, dessen Laptop Videofiles enthielt, die offenkundig aus abgefangenen Drohnen-Übertragungen stammten. Es habe sich dabei offenbar "nicht um eine einmalige Sache" gehandelt, wird eine ungenannte Quelle zitiert. Das Pentagon erklärte, dass jede neue Technologie ihre Vor- und Nachteile hätte. Man wolle aber weiterhin am Einsatz der Drohnen festhalten.

(Ag.)