Immoeast-Aktionäre können ihre Aktien gegen Immofinanz-Papiere im Verhältnis 2:3 umtauschen.
Wien (ker). Es war nur noch eine Frage der Zeit: Die Immoeast wird bald von der Wiener Börse verschwinden. Sie wird in ihre Muttergesellschaft, die Immofinanz, eingeschmolzen, wie Vorstand und Aufsichtsrat beider Firmen am Donnerstag beschlossen. Die Immoeast-Aktionäre können zwei Immoeast-Aktien gegen drei Immofinanz-Papiere umtauschen. Sie werden damit die Mehrheit an der „neuen“ Immofinanz übernehmen. Eduard Zehetner, Vorstand von Immoeast und Immofinanz, geht aufgrund von Vorbesprechungen davon aus, dass die Aktionäre diesen Schritt mitmachen.
Die Fusion sei, so Zehetner, „ein logischer Schritt“. Durch die Verschmelzung gibt es einige Synergien, die beiden Gesellschaften können etwa „einen einstelligen Millionenbetrag einsparen“, sagt Zehetner. Das sehen auch die meisten Analysten so.
„Bedeutender Akteur in Europa“
Was bedeutet dieser Schritt für die beiden Unternehmen und ihre Anleger?
•Das Umtauschverhältnis für die Immoeast-Aktionäre wurde mit 2:3 festgelegt. Das wurde auf Basis des für Immobilienaktien bedeutenden „Net Asset Value“ (innerer Wert der Aktie, Anm.) berechnet. Für Alexander Hodosi, Analyst der UniCredit, ist das ein faires Angebot: „Es wird kein Aktionär besser oder schlechter gestellt. Es war das Offert, das man erwarten konnte.“
•Zu Wort melden können sich die Aktionäre erst bei den außerordentlichen Hauptversammlungen am 20. und 21. Jänner. Das Umtauschverhältnis von 2:3 können sie dabei nicht anfechten. Das ist erst möglich, wenn die Unternehmen auch laut Firmenbuch verschmolzen sind. Das wird erst im Februar passieren.
•Die Zukunft des neuen Unternehmens sehen die Analysten positiv. Die „neue“ Immofinanz wird „ein bedeutender europäischer Akteur“, sagt Hodosi. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung ist größer als jene aller börsennotierten Immobilienunternehmen in Deutschland, so Zehetner.
Auch das Ergebnis für das erste Halbjahr 2009/10 gibt Grund zur Hoffnung. Beide Firmen, Immofinanz und Immoeast, haben das Betriebsergebnis im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich ins Plus gedreht. Die Immofinanz von minus 1,85 Mrd. Euro auf 224,6 Mio Euro, die Immoeast von minus 1,55 Mrd. Euro auf 200,7 Mio. Euro.
Reinhard Ebenauer, Analyst der Raiffeisen Centrobank, meint: „Das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Anm.) ist schlechter ausgefallen als erwartet, weil die Mieterträge geringer waren.“ Ebenauer schätzt aber, dass die Einnahmen aus Mieten steigen werden. In Moskau werde die Gesellschaft ein geplantes Einkaufszentrum fertigstellen – das werde „schöne Erträge“ bringen.
Anleger, die zu Jahresbeginn in die Immofirmen investiert haben, können sich über satte Gewinne freuen. Die Immofinanz-Aktie ist um 430 Prozent, jene der Immoeast um 830 Prozent gestiegen. Kursziele für das fusionierte Unternehmen stehen noch aus.
AUF EINEN BLICK
■Die Immoeast wird mit der Immofinanz verschmolzen, haben Vorstand und Aufsichtsrat beider Firmen beschlossen. Die Immoeast-Anleger können zwei ihrer Aktien gegen drei Immofinanz-Aktien umtauschen. Für Analysten ist das ein faires Angebot. Zu Wort melden können sich die Aktionäre bei den Hauptversammlungen im Jänner.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2009)