Mit einer einstweiliger Verfügung konnte die Fluglinie die Kampfmaßnahme verhindern. Die Gewerkschaft spricht von einem "schmachvollen Tag für die Demokratie" und will weiterkämpfen - aber erst nach Weihnachten.
Das drohende Weihnachts-Chaos für Millionen von Passagieren von British Airways ist abgewendet. Die angeschlagene britische Fluggesellschaft erwirkte am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen einen geplanten zwölftägigen Ausstand des Kabinenpersonals über Weihnachten und Neujahr. Nach Ansicht der Richter hatte es bei der Urabstimmung der Gewerkschaft Unite Unregelmäßigkeiten gegeben.
Unterdessen saßen am Donnerstag rund 4500 Passagiere des schottischen Billigfliegers Flyglobespan unter anderem in Ägypten, Portugal oder Spanien fest. Die Muttergesellschaft Globespan hatte in der Wirtschaftskrise keinen neuen Investor gefunden, der Billigflieger meldete Insolvenz an. Damit steht für rund 800 Angestellte kurz vor Weihnachten der Verlust ihres Arbeitsplatzes fest.
Bei British Airways hatten sich die 12.500 Beschäftigten des Kabinenpersonals mit überwältigender Mehrheit für den Ausstand ausgesprochen. Allerdings hatten sich bei der Abstimmung unzulässigerweise mehrere hundert Mitarbeiter beteiligt, die zu Beginn des Ausstands am 22. Dezember schon aus dem Unternehmen ausgeschieden wären.
Neue Kampfmaßnahmen
Die Gewerkschaft Unite wertete das Urteil als "schmachvollen Tag für die Demokratie" und kündigte eine neuerliche Urabstimmung an. Der Ausgang dieses Votums wird aber nicht mehr den Feiertagsverkehr betreffen.
Die Beschäftigten wollen gegen Jobkürzungen, Gehaltsverzicht und veränderte Arbeitsbedingungen protestieren. Das Management will mit den Maßnahmen auf die Krise der Airline reagieren, deren Passagierzahlen sinken und Verluste steigen. BA hatte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust vor Steuern von 292 Millionen Pfund (rund 324 Millionen Euro) gemacht. Bei einem Streik wären Verluste in dreistelliger Millionenhöhe hinzugekommen.
(Ag.)