Die Nullerjahre, wahllos und sehr frei assoziiert.
Worüber wir nicht mehr lachen
Friends Die Sitcom läuft zwar bis 2004, ist aber aus heutiger Sicht „so 90er“.
Bully Herbig Der rosa Indianer ging ja noch, aber die Dekade bringt vor allem die Erkenntnis, dass Bully Herbig nur überschaubar viele, dafür immer gleiche Witze kennt.
Michael Mittermeier Selbes Problem, nur auf Stadionbühnen. Wahrscheinlich auch irgendwie schuld an Mario Barth.
Stefan Raab Wo sind die Zeiten, als es nur „TV Total“ gab und keine nächtelangen Spaßsportübertragungen?
Kellerwitze über Österreicher
Worüber wir noch lachen
Harald Schmidt Ja, da war dieses Intermezzo mit Pausenclown Oliver Pocher. Schon verziehen. Keiner macht Oberschichtfernsehen so wie er.
Sacha Baron Cohen O. k., „Brüno“ war mäßig. Aber alles andere (Borats Badeanzug!) bleibt Kult.
Josef Hader Der Meister.
Instrumente des Jahrzehnts
Xylophon setzen bevorzugt liebliche, aber ironische Popsängerinnen wie Coralie Clement ein.
Ukulele wird Ende des Jahrzehnts zum Kultobjekt. Sogar Pete Doherty hat man schon beim Gustieren gesichtet.
Luftgitarre wird leibhaftig: 2005 bringt Playstation das Computerspiel „Guitar Hero“ heraus.
Harfe erlebt ein Comeback im ätherischen Folk einer Joanna Newsom.
Kuhglocke Gossip lassen etwa 2009 die Glocken klingen, bevor Beth Ditto verkündet: „Pop goes the World“.
Die Top 5 singenden Vollbärte
Yusuf Islam vulgo Cat Stevens
Devendra Banhart
Kyp Malone
Bonnie Prince Billy
Sting
Die Top 4 Kunstwerke, über die geredet wurde
Saliera Wieder da.
Banksy Street Art Noch da, auf Wiener Hausmauern (Gürtelbögen).
Klimts Goldene Adele Nicht mehr da.
Damien Hirsts Hai Löst sich auf.
Best of posthume Auftritte
Heath Ledger Sein Joker in „Dark Knight“ (2008) wäre wohl nicht so beklemmend, wäre Ledger nicht zum Zeitpunkt des Kinostarts einige Monate tot gewesen.
Aaliyah Die bei einem Flugzeugabsturz verunglückte R&B-Sängerin spielte posthum ausgerechnet eine untote Vampirin in „Königin der Verdammten“ (2001).
Janet Leigh Die „Psycho“-Aktrice verstirbt im Oktober 2004, ein halbes Jahr später ist sie nochmals zu sehen: in der Fantasykomödie mit dem unvergesslichen deutschen Titel „Zickenterror an der High School“.
Anthony Quinn Mehr als ein Jahr nach dem Tod des legendären Hollywoodstars im Juni 2001 erscheint sein letzter Film: In „Avenging Angelo“ spielt er noch einmal einen Mafiaboss.
Anna Nicole Smith Erst nach ihrem frühen Ende 2007 hat sie die erste Hauptrolle: Die Science-Fiction-Komödie „Illegal Aliens“ wird noch im Fahrwasser ihres Todes vermarktet.
David Carradine Seit dem unrühmlichen Tod des Kultstars im Juni 2009 sind zwei Filme mit ihm erschienen. Vier weitere sollen noch heuer folgen – und ein zweites Quartett 2010.
Chris Penn Sean Penns Bruder stirbt 40-jährig 2006. Noch im selben Jahr kommen drei Filme mit ihm heraus – und ein weiterer, der Thriller „Aftermath“, soll heuer endlich fertig werden!
Best of nervige Refrains
Schni schna Schnappi Ein Krokodil, das viele als Tasche sehen wollen (2004).
Umbrella ella, ella, ella. Gehirnwäsche von Rihanna (2008).
Mama Ana Ahabak Christina Stürmer, einmal mehr mit dunkelgrauer Melodie (2003).
Geile Zeit Juli (2005). Dieselbe Band enerviert schon 2004 mit „Perfekte Welle“, aber nur bis zum Tsunami.
Don’t cha Erwartbar wenig Frauensolidarität von einer Band namens Pussycat Dolls (2005). Erlebte schmerzhafte Coverversionen bei zu vielen Castingshows.
You’re beautiful James Blunts U-Bahn-Flirt (2004).
Top 13 „Da-war-doch-was“-Trends
Bollywood Schmacht.
Burleske Das Quastl 2.0 heißt „Nipple Tassle“.
Piraten dank Johnny Depp und „Fluch der Karibik“.
Clownfische Alle fanden „Nemo“.
Zauberlehrlingsbücher und Wichtelfilme Also „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“
Swing Robbie Williams verhilft Anfang des Jahrzehnts auch dem guten alten Rat Pack zu neuen Verkaufserfolgen.
Balkanpop Die Blaskapelle schafft es in den Club.
Neobritsoul mit Amy Winehouse, als sie noch weiche Drogen konsumiert.
Gerichtsmedizin für den Hausgebrauch Mit der DNA ist nicht zu spaßen, lernen wir in CSI.
Singer-Songwriter Dichten wird wieder cool.
Container-WG „Big Brother“ – die Internierung von Exhibitionisten regt erst auf, nervt dann und langweilt bald. Gibt’s übrigens noch immer.
Best of putzig
Die fabelhafte Welt der Amelie Dünnes französisches Mädchen findet die Liebe in Paris. Sprechende Stehlampen sind auch dabei. (2001)
Little Miss Sunshine Dickes amerikanisches Mädchen will Schönheitskönigin werden. Und ein toter Opa ist auch dabei. (2006)
Wall-E Der erste Roboter, mit dem man kuscheln will (2008).
Norah Jones Welpenschutz für Jazzsängerinnen.
Rolando Villazon Immer so guter Laune. Und immer wieder kranke Stimmbänder – perfekt für Klassikfans mit Beschützerinstinkt.
Deweyaus „Malcolm mittendrin“ Verschlagen und süß – auch eine Qualität der Nullerjahre.
Ozzy Osbourne Der Fürst der Finsternis humpelt pöbelnd Hündchen in seiner eigenen Realityshow nach. Fledermaus kommt auch nicht täglich auf den Tisch.
Das Ja!-natürlich-Schwein
Best of Fürchten
Pete Doherty und Amy Winehouse spielen mit neugeborenen Mäusen (2008).
Seite 8 bis 17, 168 bis 178 von Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ (2008).
Soap & Skin sagt den Rosenkranz rückwärts auf (2009).
Saw I bis VI (ab 2004)
Lordi beim Song Contest (2006)
Nicole Kidman versucht zu lächeln (seit es Botox gibt).
Acht Abschiede
Polaroid
„Guglhupf“
Neujahrskonzert mit Ernst Grissemann
Song Contest mit Stermann & Grissemann
Pluto, der Planet
Michael Jackson
Luciano Pavarotti
Telegramm
Sechs Menschen, die eine romantische Komödie zu viel gemacht haben
Renee Zellweger
Jennifer Aniston
Kate Hudson
Sandra Bullock
Hugh Grant
Meg Ryan
Best of bunt
„Ugly Betty“ Modemagazine können auch Spaß machen.
Takashi Murakami Der mit den Kirschen auf den Louis- Vuitton-Taschen. Im Hauptberuf Pop-Art-Künstler.
Perez Hilton Empor-Blogger mit Klatschwebsite und sehr viel Freude an Farbe im Haar.
Marge Simpson im „Playboy“ Männermagazine können auch Spaß machen.
3 große TV-Serien mit Zahlen im Titel
24 Jack Bauer rettet in Echtzeit die Welt und nervt dieselbe mit seinem Handyklingelton.
Six feet under Skurrilitäten aus dem Bestatterwesen.
30 Rock TV-Comedy über eine TV-Comedy, definiert „Pointenfeuerwerk“ neu.
Top 3 Dinge, die wir von Britney Spears nie sehen wollten
Ihre Kopfhaut (2007)
Das Höschen, das sie gar nicht anhatte (2006)
Ihre wackeligen Beine beim hoffnungslos nicht-nüchternen Comebackauftritt (2007).
Noch keine Matura und schon ein Star
Tokio Hotel Bill und Tom Kaulitz sind 12, als sie 2001 ihre Karriere starten.
Daniel Radcliffe ist 12 beim ersten „Harry Potter“-Film (2001).
Lindsay Lohan ist 16 bei ihrem Durchbruch mit „Freaky Friday“ (2003).
Arctic Monkeys sind im Schnitt 16, als sie 2005 den Hit „I bet you look good on the Dancefloor“ lancieren.
Miley Cyrus (Hannah Montana) ist derzeit 17 und Millionärin.
Fabelhafteste kurze Hosen und Röcke der Dekade
Gladiator (2000)
SpongeBob
Doug Heffernan in „King of Queens“
Gina-Lisa in Heidi Klums „Germany’s next Topmodel“ (2008)
Sieger, von denen keiner mehr spricht
Michael Tschnuggnalll (Starmania 2003)
Jean-Marie Gustave Le Clézio (Literaturnobelpreis 2008)
„Chicago“ (Oscar Bester Film 2003)
Top 4 bemerkenswerte Preisverleihungen
Stefan Ruzowitzky erhält den Oscar für „Die Fälscher“ (2008).
Madonna küsst Britney Spears mit Zunge! (MTV 2005)
Kanye West vergönnt Countrymädel Taylor Swift nicht ihren Video Music Award (2009).
Anna F. verwechselt den Amadeus mit einem Ski-Abfahrtslauf und bedankt sich bei allen, allen Sponsoren. (2009)
Top 3 „Kunst-darf-Spaß-machen“-Nachfolger von Erwin Wurm
Werner Reiterer Grazer Spezialist für den Minutenwitz, der in seinen Zeichnungen und interaktiven Installationen Rituale und eingefahrene Verhaltensmuster aufs Korn nimmt.
Gelitin Installationen aus unorthodoxen Materialien (rosa Riesenhase aus Strick!), bei denen der Spieltrieb viel Raum hat. Nicht einmal die Mona Lisa ist vor ihnen sicher.
G.R.A.M. Für ihre Fotozyklen und Videos schlüpfen Günter Holler-Schuster und Martin Behr in bester postmoderner Manier in die unterschiedlichsten Rollen vom Paparazzi bis zum Aktionskünstler.
Top 10 Comebacks
Die Schallplatte
Die Zeichnung Günstiges aus der Galerie in Zeiten des Kunstbooms.
Kylie Minogue Unvergessen das Comebackvideo mit dem weißen „Wie kann das bitte halten?“-Overall.
Doogie Howser also Neil Patrick Harris als genial
lustiger Frauenheld Barney Stinson in „How I met your mother“.
Rick Astley 2007 wird der Held der 80er zum Helden der YouTube-Generation. Bei einem Internetstreich führen falsche Links zum Video „Never gonna give you up“. Sogar ein Begriff wird geprägt: Opfer des Streichs sind „rickrolled“.
Disco
Grace Jones Fulminante Rückkehr mit „Hurricane“ 2008.
Mickey Rourke Jahrelang nur Gruselgeschichten über Miniaturhunde und verhunzte Schönheits-OP, dann „The Wrestler“ (2008).
William Shatner Ex-Captain-Kirk als legendär vertrottelter Anwalt („Boston Legal“).
Hello Kitty Das Recht auf Rosa auch für Erwachsene.