Schnellauswahl

Hypo: Kärnten muss Zukunftsfonds anzapfen

150 Millionen Euro, die für den Bau des Koralmtunnels reserviert waren, werden nun für die Hypo aufgewendet. Außerdem wird Ergänzungskapital in Partizipationskapital umgewandelt.

Wien/klagenfurt (ju/APA).  Kärnten ist offenbar doch stärker pleite, als der Landeshauptmann („Wir sind nicht neger“) zugeben möchte: Um den Landesbeitrag (200 Mio. Euro) für die Hypo-Rettung aufzubringen, muss die Landesregierung jetzt den Zukunftsfonds anzapfen. Das war bisher kategorisch ausgeschlossen worden.

Die Landesregierung in Klagenfurt hat am Freitag jedenfalls in einer Sondersitzung beschlossen, jene 150 Mio. Euro, die im Fonds für die Landesbeteiligung am Bau des Koralmtunnels fix reserviert waren, freizugeben. Das Geld solle über die Haftungsprovisionen für die 18-Milliarden-Haftung des Landes bis 2017 wieder zurückfließen, hieß es. Zumindest ein Teil, denn 150 Millionen werden sich mit Haftungsprovisionen nicht ausgehen.

Kärnten wird die 200 Mio. Euro also zu drei Vierteln aus dem Zukunftsfonds und zu einem Viertel über die Umwandlung des Ergänzungskapitals, das bereits in der Bank liegt, aufbringen.
Kärnten hatte sich die Haftungsprämien bis einschließlich 2010 schon 2004 (von der Hypo) bevorschussen lassen. Zugreifen kann das Land also nur noch auf die Prämien von 2011 bis 2017. Offenbar hat sich jetzt keine Bank mehr gefunden, die dem mit ernsten Budgetproblemen kämpfenden Land einen weiteren Vorschuss auf die Haftungsprovisionen gegeben hätte.

Hampel als Hypo-Sanierer?

Unterdessen suchen die neuen Eigentümer offenbar einen Sanierer, der die Hypo filetiert und die überlebensfähigen Teile wieder auf Vordermann bringt. Aus informierten Bankerkreisen verlautete am Freitag, dass derzeit gerade versucht werde, Ex-Bank-Austria-Chef Erich Hampel für diese nicht ganz einfache Aufgabe zu gewinnen. Dieser ziere sich aber noch. Der derzeitige Hypo-Chef, Franz Pinkl, gilt als Übergangsgeneraldirektor. Die Hypo Alpe Adria soll wie berichtet stark redimensioniert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2009)