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AUA wartet ab: Flugsperre für Kurden-Gebiete im Nordirak

Der Flughafen in Erbil.REUTERS/Azad Lashkari
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Ab Freitagabend sollen auf Anordnung des irakischen Ministerpräsidenten alle internationalen Flüge von und in die Regionalhauptstadt Erbil ausgesetzt werden.

Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak sollen ab Freitagabend alle internationalen Flüge von und in die Regionalhauptstadt Erbil ausgesetzt werden.

Der Erbil-Flug der AUA am Freitag wird nach Auskunft ihres Sprechers Wilhelm Baldia wie geplant stattfinden. Ob auch der Samstag-Flug durchgeführt werden kann, sei noch offen, teilte Baldia am Donnerstag der APA auf Anfrage mit. Die auf diesem Flug gebuchten Passagiere würden bis Freitagabend verständigt, fügte der Sprecher hinzu. Auch die AUA-Mutter Lufthansa wartet bezüglich des Erbil-Fluges am Samstag noch ab.

Laut Baldia sind die Rückflüge aus Erbil gut gebucht. Es gebe rund 150 Passagiere pro Maschine. Wie Ausreisewillige die Kurdengebiete gegebenenfalls auf Alternativrouten verlassen können, sei noch nicht geklärt, so der Sprecher.

Die Flughafensperre erfolgt auf Anweisung des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi. Der Regierungschef hatte sich vehement gegen die Abhaltung des Unabhängigkeitsreferendums der Kurden im Nordirak gestemmt und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Türkei warnte die Kurden, dass ihr Referendum sogar eine militärische Gegenreaktion zur Folge haben könnte. Auch der Iran lehnt das Vorgehen der Kurden strikt ab. In allen drei Ländern lebt ebenso wie in Syrien eine starke kurdische Minderheit.

Kurden warnen vor Folgen für IS-Kampf

Trotz dieser Drohungen sowie der Kritik aus den USA und anderen Ländern hatte Kurdenführer Massoud Barzani das Unabhängigkeitsreferendum am Montag abhalten lassen. Die Kurden stimmten mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit: Fast 93 Prozent votierten dafür.

Flughafenchefin Salih warnte am Donnerstag, die Einstellung internationaler Flüge werde sich negativ auf den Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und die Versorgung von Flüchtlingen in der Region auswirken. "Wir haben Konsulate, internationale Mitarbeiter, internationale Firmen, das wird jeden betreffen. Das ist nicht die richtige Entscheidung", sagte sie. Erbil sei ein Brückenkopf für humanitäre Hilfe der UNO in Syrien. Auch die US-geführte Anti-IS-Koalition nutze den Flughafen.

Neben Libanons Middle East Airlines und EgyptAir hatten die türkischen Fluglinien Turkish Airlines, Pegasus und Atlas Global bereits erklärt, ab Freitag Erbil und Suleimaniya im Nordirak nicht länger anzufliegen. Am Dienstag hatte die türkische Regierung den irakischen Kurden bereits mit einer Öl- und Handelsblockade gedroht.

(APA/AFP)