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Josef Bucher: „Der Totentanz ist abgesagt“

(c) APA (Robert Jäger)
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Dolinschek bleibt doch beim BZÖ, somit wechseln nur drei orange Nationalratsabgeordnete zur FPK. "Der Totentanz ist abgesagt", freut sich BZÖ-Obmann Bucher. Auch Stefan Markowitz bleibt beim BZÖ.

Wien (oli). Sigisbert Dolinschek, Staatssekretär im Sozialministerium a.D., war hin- und hergerissen. Zwischen der „Solidarität mit der Kärntner Landesgruppe und der Landesregierung“ und der Loyalität zu Josef Bucher, zu Herbert Scheibner und vor allem gegenüber seiner ehemaligen Ressortchefin, Ursula Haubner.

Dolinschek hatte am Mittwoch im Parteivorstand des Kärntner BZÖ zwar für eine Kooperation mit der FPÖ gestimmt, keinesfalls habe er aber gewollt, dass es zu einem überfallsartigen Umsturz komme. Gespräche mit Parteifreunden an den „Weihnachtsständen“ in den vergangenen Tagen, hätten ihn bestärkt, „dort zu bleiben, wo ich nie weggegangen bin“. Beim BZÖ. Für die FPK habe er „überhaupt keine Sympathie“.

Somit werden statt der fünf Kärntner Nationalratsabgeordneten – wie von FPK-Chef Uwe Scheuch angekündigt – nur drei zur FPK wechseln: Martin Strutz, Josef Jury und Maximilian Linder. Dolinschek und Stefan Markowitz bleiben beim BZÖ.

„Der Totentanz ist abgesagt“, freute sich BZÖ-Obmann Josef Bucher. Der Verbleib Dolinscheks sei ein starkes Lebenssignal. „Der Putsch der Brüder Scheuch ist in einem Desaster geendet.“ Sein Ultimatum hielt Bucher aufrecht: Bis morgen habe Uwe Scheuch noch Zeit, einen außerordentlichen Landesparteitag einzuberufen, denn formal seien alle FPK-Vertreter noch immer Mitglied des BZÖ.

BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner assistierte: Die Bezeichnung „Die Freiheitlichen in Kärnten“ sei 2005 auf das BZÖ übergegangen. Die Beitrittserklärung der „Freiheitlichen in Kärnten“ zum Bundes-BZÖ werde zurückgezogen, konterte Uwe Scheuch. Einen Parteitag werde es so schnell nicht geben. Dolinscheks Verbleib im BZÖ nehme er zur Kenntnis.

 

Karlheinz Hackl und Haider

Gestern mischte sich auch Schauspieler Karlheinz Hackl in die Debatte ein: Jörg Haider habe sich mit Strache nicht versöhnen wollen, das habe ihm Haider in einem Telefongespräch wenige Stunden vor seinem Ableben mitgeteilt. Haider habe Strache dabei als „Abziehbild“, „Populist für Arme“ und „demokratischen Flachwurzler“ bezeichnet. Die nunmehrige „Pseudoversöhnung“ hält Hackl für eine „Lüge“, die FPK-Gründung für einen „gesellschaftspolitischen Furz“. Meinung, Seite 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2009)