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Die liberalen Waffengesetze von Nevada

Massaker in Las Vegas
Massaker in Las VegasAPA/AFP/GETTY IMAGES/Ethan Mille

In Nevada sind Waffen immer und sofort verfügbar. Der Bundesstaat hat die liberalsten Bestimmungen der USA.

Wien/Carson City. In Kindergärten, Schulen und an Universitäten sowie im Security-Bereich auf Flughäfen ist das Tragen von Waffen verboten. Ansonsten dürfen im US-Bundesstaat Nevada immer und jederzeit Waffen mitgebracht werden: in Bars – auch wenn man Alkohol trinkt (bei Waffenhaltern gilt das gleiche gesetzliche Limit, das man auch beim Autofahren beachten muss) –, in Casinos oder in öffentlichen Gebäuden. Nevada hat eines der liberalsten Waffengesetze der USA.

Jeder, der älter als 18 Jahre ist, kann eine Waffe erwerben, ohne Wartefristen, ohne Genehmigungen, ohne sich registrieren lassen zu müssen. Waffen können nicht nur von einem offiziellen Händler, sondern auch von privaten Verkäufern auf Flohmärkten oder im Internet gekauft werden. Auch der Besitz von halbautomatischen Gewehren mit großen Magazinen ist uneingeschränkt erlaubt.

Background-Checks zur Überprüfung der kriminellen Vergangenheit und der psychischen Gesundheit sind paradoxerweise nur beim Kauf bei einem Händler nötig, privat aber nicht. Nur wer eine Waffen verdeckt unter der Kleidung oder in der Handtasche tragen möchte, braucht eine Genehmigung. Waffen offen, also leicht ersichtlich, zu tragen, ist jederzeit möglich.

Begründet werden die lockeren Waffengesetze mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Sofort nach dem Massaker in Las Vegas ist die Debatte um strengere Auflagen erneut aufgeflammt. (zoe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2017)