Heinisch-Hosek denkt über Burka-Verbot nach

Symbolbild Burka
(c) EPA (Evert-Jan Daniels)

Die Frauenministerin will den Ganzkörper-Schleier in Österreich verbieten, wenn er von mehr Frauen getragen werde. Mit Kopftüchern habe sie kein Problem, außer es werde als Herrschaftssymbol missbraucht.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist für ein Verbot der Burka, also der Ganzkörperverhüllung von Frauen. Allerdings sei dies derzeit kein Problem in Österreich. Sollte es eines werden, würde sie ein Verbot im öffentlichen Raum prüfen lassen, erklärte sie laut Vorabmeldungen der "Tiroler Tageszeitung" und der Tageszeitung "Österreich" (Mittwoch-Ausgaben). Noch im Vorjahr hatte die SPÖ protestiert, als sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) dafür ausgesprochen hatte.

"Ich lehne die Burka als Zeichen der Unterdrückung von Frauen ab. Sie erschwert Frauen auch massiv den Zugang zum Arbeitsmarkt", so Heinisch-Hosek. Gäbe es öfter voll verschleierte Frauen in Österreich, müsse man ein Verbot prüfen. Die Frauenministerin hat auch konkrete Vorstellungen: "Möglich wären etwa Verwaltungsstrafen in öffentlichen Gebäuden."

Zum Tragen von Kopftüchern meinte sie, die Frauen sollten dies selbst entscheiden. "Ich möchte das nur dann nicht unterstützen, wenn das Kopftuch als Herrschaftssymbol der Männer über die Frau verwendet wird", sagte die Frauenministerin. Sie sieht den Islam dann als Gefahr für die Frauenrechte, wenn er "politisch-fundamentalistisch orientierte Politik" betreibe und zum Beispiel Ganzkörperverhüllung als Mittel der Unterdrückung einsetze.

Burka-Debatte in vielen Ländern

Für ein Burka-Verbot hat sich zuletzt die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer ausgesprochen. In Frankreich will die Regierungspartei UMP damit Ernst machen. Auch in der Schweiz wird darüber nach dem kürzlich per Volksabstimmung beschlossenen Minarett-Verbot diskutiert, in Italien ist die Lega Nord dafür.

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