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2018: Eine Braut und ein Baby für die Windsors

2018 könnte zum royalen Mega-Jahr für die britische Königsfamilie werden: Wenn es stimmt, was Palastreporter berichten, ist die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle bereits in trockenen Tüchern.

"Es wird erwartet, dass das Paar nächsten Sommer heiratet - nach der Geburt des dritten Kindes des Herzogs und der Herzogin von Cambridge im Frühling." Der Satz, den die Hofkorrespondentin Roya Nikkah am Sonntag in den Londoner "Times" schrieb, klang mehr nach offizieller Stellungnahme als nach Mutmaßung einer Reporterin - wenn auch Nikkah bekanntermaßen eine sehr vertrauenswürdige Quelle ist, geht es um das Königshaus der Windsors. Der schon dritte offizielle Auftritt von Prinz Harry, Sohn des britischen Thronfolgers Charles und der verstorbenen Lady Diana Spencer, mit seiner Freundin Meghan Markle, einer US-amerikanischen Schauspielerin, wird in erweiterten königlichen Kreisen als Bestätigung gesehen, dass es dem Windsor-Spross nicht bloß ernst, sondern sehr, sehr ernst mit der 36-Jährigen ist.

Und ihr wohl auch: Die Gerüchte um eine Verlobung von Markle mit dem Prinzen nach einem Jahr Beziehung verwandelten sich Anfang September schon in ein wahres Strohfeuer, nachdem Markle dem US-Magazin "Vanity Fair" ein umfangreiches Interview über ihre Beziehung mit dem britischen Prinzen gab. Die "Vanity Fair"-Coverstrecke sei kein reines PR-Feuerwerk für "Suits" gewesen - jener TV-Serie, in der Markle eine der Hauptrollen spielt - sondern vor allem ein durchorchestriertes Präsentieren der Schauspielerin als künftige Prinzessin, gaben sich Society-Reporter damals überzeugt.

"Akribisch vom Palast geplant"

Die Auftritte des Paares während der "Invictus Games" scheinen die Beobachter in dem Punkt weiter zu überzeugen. Die von Prinz Harry organisierte Sportveranstaltung für verwundete Veteranen fand im September in Toronto statt - passenderweise ist Toronto der Wohnort Markles. Nach Aufnahmen während der Eröffnungszeremonie gaben der Prinz und seine Freundin beim Rollstuhltennis eine Galavorstellung in Verliebtsein, samt protokollarisch eigentlich für Royals verbotenem Händchenhalten. Markle kam noch dazu in zerrissenen Jeans und weitem Hemd, meilenweit entfernt von dem oft zu steifen konservativen Dresscode der britischen Royals, und legte nichts desto trotz eine perfekte Routine mit Lächeln, Winken, Händeschütteln aufs Parkett.

Die reibungslose Performance Markles während ihrer ersten quasi-königlichen Termine komme nicht von irgendwo, gibt "Times"-Korrespondentin Nikkah in ihrem Bericht zu bedenken: Markles Auftritte seien "akribisch vom Kensington-Palast geplant" worden, "ein klares Statement des Prinzen, dass sie Teil seiner Zukunft sein wird".

Familienauftritt mit Markles Mutter

Dass die US-Amerikanerin - Markle wuchs als Tochter einer Afroamerikanerin und eines Weißen in Kalifornien auf und bezeichnet sich selbst als "mixed race" - gemeinsam mit ihrer Mutter, der Yogalehrerin und Sozialarbeiterin Doria Radlan, zu der Abschlussveranstaltung der "Invictus Games" kam, scheint für die britische Presse der nächste Schuss Öl ins Feuer zu sein. "Times"-Journalistin Nikkah wusste gar zu berichten, dass Radlan extra für die "Invictus Games" von Los Angeles nach Toronto geflogen sei, um Zeit mit Prinz Harry verbringen zu können.

Markle und ihre Mutter Radlan sind eng miteinander: Schon vor Monaten hatte es geheißen, dass nicht nur Markle einen Umzug nach London überlege, sondern auch ihre Mutter; die beiden seien bereits auf der Suche nach einer passenden Immobilie in der britischen Hauptstadt gewesen. Auch Nikkah erwähnte erneut, dass Beobachter davon ausgingen, dass Markle - die bereits ein Mal verheiratet war - schon ziemlich bald die Schauspielerei an den Nagel hängen und nach London ziehen werde.

Skandalprinz neben Barack Obama und Justin Trudeau

Den tatsächlichen Hingucker des royalen Paarlaufs lieferte aber dann doch nicht das gut gelaunte Mutter-Tochter-Gespann in der VIP-Box in Toronto, sondern das glückliche Paar: Prinz Harry setzte sich dazu, umarmte und küsste seine Freundin, flüsterte mit ihr, all das absolut tiefenentspannt. Der einstig wilde Windsor-Prinz schien aller Welt sein Glück mit Markle zeigen zu wollen.

Der 33-Jährige soll sich generell gerade recht wohl in seiner Haut fühlen: Nach den Skandalen der Vergangenheit (nackte Hotelpartys in Las Vegas, Nazi-Kostümierung in London) genießt der Brite großes Ansehen in der Veteranen-Community, auch wegen der "Invictus Games", bei denen er nicht nur neben Weltpolitikern wie Barack Obama, Joe Biden oder Justin Trudeau sitzt, sondern auch mit Babys herumalbert.

Hochzeit im Sommer 2018

Die "Invictus Games" 2018 finden in Sydney statt - und Royal-Reporterin Roya Nikkah prophezeit nach den Auftritten in Toronto somit bereits die erste Auslandstour von Markle und Prinz Harry als Ehepaar dorthin. Ein Hochzeitstermin erscheint britischen Journalisten im Sommer 2018 als wahrscheinlich - nachdem Kate Middleton, die Herzogin von Cambridge, im Frühling ihr drittes Kind zur Welt gebracht hat. (Die Ehefrau von Prinz William und Markle kennen sich übrigens schon seit Monaten: Als Gastgeschenk soll die Schauspielerin der Prinzessin ein Traumtagebuch mitgebracht haben. Auch zur Hochzeit von Catherines Schwester Pippa Middleton kam Markle - wenn auch erst zum zweiten Teil der Millionen-Feierlichkeiten.)

Somit könnte Großbritannien ein Mega-Jahr in Sachen Königshaus bevorstehen. Eine Royal wedding sorgt - genauso wie ein royaler Spross - immer für wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung im Land. Und für gute Stimmung: Nach der Brexit-Katerstimmung in London vielleicht nicht das allerschlechteste Mittel, dem Vereinigten Königreich seinen berühmten historischen Glanz überzustülpen und für Optimismus zu sorgen.

(Red.)