Kärnten: Kabeg-Chef springt kurzfristig ab

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Deutscher zieht sich im letzten Moment zurück. Der laufende Betrieb wurde bisher über von der Hypo Alpe Adria gezeichnete Anleihen finanziert.

Klagenfurt (APA/ju). Der designierte neue Vorstandschef der krisengeschüttelten Kärntner Krankenanstaltengesellschaft Kabeg, Rolf Eibe-Hinrichs, hat angesichts der Lage des – nach normalen, in der Privatwirtschaft geltenden Kriterien praktisch bankrotten – Unternehmens offenbar unmittelbar vor Dienstantritt kalte Füße bekommen: Der Deutsche, der seinen Job zu Jahresbeginn 2010 antreten sollte, sagte am Dienstag unmittelbar vor Beginn der Aufsichtsratssitzung, die seinen fix ausgehandelten Vertrag absegnen sollte, telefonisch ab.

Jetzt sollen Verhandlungen mit der Zweitgereihten im Ausschreibungsverfahren, der 48-jährigen Ines Manegold vom Universitätsklinikum Düsseldorf, aufgenommen werden. Sie habe „Interesse bekundet“, hieß es. Um den Job hatten sich 92 Kandidaten beworben, fünf waren in die engere Wahl gekommen.

Die Kabeg, die zum Zweck versteckter Schuldenaufnahme des Landes Kärnten gegründet worden ist und nun die Landeskrankenhäuser verwaltet, ist wirtschaftlich in einem schlechten Zustand: Der laufende Betrieb wurde bisher über von der Hypo Alpe Adria gezeichnete Anleihen finanziert, die Verbindlichkeiten der Gesellschaft liegen mit 1,8 Mrd. Euro fast so hoch wie die Schulden des Landes Kärnten, das Eigenkapital der AG ist mit 121,5 Mio. Euro (mit stark steigender Tendenz) negativ.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2009)