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„Schmäh und Grandezza“ : Vranitzky jetzt Ehrenbürger der Stadt Wien

EHRENBUeRGER-URKUNDE AN FRANZ VRANITZKY: VRANITZKY/HAeUPL
Bürgermeister Häupl überreicht Franz Vranitzky die Urkunde.HERBERT PFARRHOFER / APA / pictu

Altkanzler Franz Vranitzky wurde 80 – und Bürgermeister Häupl verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien.

Wien. Er sei Wiener durch und durch – sowohl gebürtig als auch mentalitätsmäßig, begründete Laudator Andreas Mailath-Pokorny: Altkanzler Franz Vranitzky ist gestern, Mittwoch, nicht nur 80 Jahre alt geworden – sondern auch Ehrenbürger der Stadt Wien.

SP-Bürgermeister Michael Häupl überreichte ihm beim Festakt im Rathaus die Auszeichnung. „Du hast als Sohn dieser Stadt unendlich viel bewirkt“, sagte Mailath-Pokorny und bescheinigte Vranitzky Wiener Schmäh und „Eleganz und Grandezza in jeglicher Hinsicht“. Wien, aber auch die Gesellschaft insgesamt hätten von zwei Weichenstellungen profitiert, die Vranitzky eingeleitet habe: die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und das Bekenntnis zur Europäischen Gemeinschaft.

„Es gab eine Zeit, da hat man einen Wiener so definiert: Ganz egal, wo man geboren ist, aber wenn man im Telefonbuch steht und das mit einem slawischen Namen, dann ist man ein echter Wiener. Ich erfülle beide Voraussetzungen“, scherzte Vranitzky. Für ihn spielten Wiener Philharmoniker, Ex-Bundespräsident Heinz Fischer, Oskar Deutsch (Kultusgemeinde) oder LIF-Gründerin Heide Schmidt feierten mit. (APA)


[NWHMU]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2017)