Konflikt: Hypo-Troubles im kroatischen Wahlkampf

(c) EPA (BARBARA GINDL)

Kärntner Hypo dementiert Geldflüsse an Politiker.

Zagreb (höll). Die Kärntner Hypo spielt auch bei den kroatischen Präsidentschaftswahlen am 27.Dezember eine wichtige Rolle. Vor allem die HDZ-Partei, die Andrija Hebrang ins Rennen schickt, gerät unter Druck. Denn HDZ-Ehrenvorsitzender und Expremier Ivo Sanader wird in der Hypo-Affäre als möglicher Geldempfänger genannt. Der Politiker soll laut eines Berichts des Fernsehsenders HTV die Expansion der Hypo nach Kroatien unterstützt und Provisionen an die HDZ-Elite weitergeleitet haben. Der Ex-Regierungschef bestreitet sämtliche Vorwürfe und droht dem Sender mit einer Klage. Auch die kroatische Hypo-Tochter dementiert Zahlungen an Politiker.

Offene Fragen gibt es bei der Übernahme der Hypo im Jahr 2007 durch die Bayerische Landesbank. Denn die Nationalbank in Zagreb legte sich anfangs gegen den Deal quer. Sie hatte Bedenken wegen früherer Geschäfte der BayernLB in Kroatien. Daraufhin sei es zu Interventionen von Politikern gekommen, wie der Chef der kroatischen Nationalbank Zeljko Rohatinski jetzt der Zeitung „Novi list“ sagte. Laut Rohatinski intervenierte Expremier Sanader, der den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gut kennt. Sanader soll Rohatinskis Notenbankmandat angesprochen haben. Ähnlich wie in Österreich wird in Kroatien der Notenbank-Chef von der Regierung bestellt. Im August 2007 reiste Stoiber nach Kroatien, um Sanader wegen der Hypo zu treffen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2009)