Nach dem plötzlichen Tod des Inhabers droht der traditionsreichen Goldenen Kugel auf der Wieden das Ende. Kunden halten dem Geschäft trotz halb leerer Regale die Treue.
Dass sie schon bessere Zeiten erlebt hat, erkennt man schon von außen: Die grün-orange gestrichene Auslagenfront ist ziemlich leer. Hinter einer Scheibe steht noch ein riesiger Weber-Grill, daneben ein paar Sektgläser, aber weiter links: nichts mehr. Kärcher, Gartengeräte: fast alles weg. Ware zum Nachlegen: Gibt es nicht mehr.
Ähnlich sieht es drinnen, in dem großen, verwinkelten Geschäft, aus: Manche Regale sind noch gut gefüllt, andere schon leer. Denn: Neue Produkte können nicht mehr bestellt werden. Über die Goldene Kugel, eine der ältesten Institutionen auf der Wiedner Hauptstraße, wurde im September das Insolvenzverfahren eröffnet. Und das, obwohl das Haushalts- und Eisenwarengeschäft selbst gar keine finanziellen Probleme hatte. Vielmehr hatte der langjährige Eigentümer Roland Zemla ein weiteres Unternehmen (namens LAZ), das Anfang 2017 in Konkurs gegangen ist und für das Haftungen in der Höhe von 150.000 Euro schlagend wurden. Gerade als Zemla dabei war, sich mit den Gläubigern zu einigen, verstarb er im Juni völlig unerwartet.