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Machte Dönmez Stimmung im Sinne der Saudis?

ÖVP-Kandidat Efgani Dönmez
ÖVP-Kandidat Efgani DönmezAPA/HERBERT PFARRHOFER
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Vereinskonstruktionen. ÖVP-Kandidat Efgani Dönmez wehrt sich stets gegen ausländische Einflussnahme auf Muslime in Österreich. Chat-Protokolle suggerieren, dass er selbst im Auftrag anderer Länder über seinen Verein Stimmung macht.

Wien. Der ÖVP-Kandidat Efgani Dönmez sagt häufig, dass er Einfluss aus dem Ausland auf in Österreich lebende Muslime ablehnt. Vor allem die AKP, die Partei des türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, ist ihm ein Dorn im Auge. Sie soll in Österreich türkische Vereine unterstützen. Nun stellt sich allerdings die Frage, ob nicht auch Dönmez selbst im Auftrag anderer Länder Meinungsmache betreibt.

Der „Presse“ liegen Chat-Protokolle vor, die darauf hinweisen könnten, dass Dönmez mit seinem Verein Stop Extremism (ECI) die Anliegen der Saudis unterstütze. Im Konkreten hat die Plattform massive Öffentlichkeitsarbeit gegen die Türkei, die Muslimbruderschaft und Katar betrieben, wie E-Mails und interne Chatprotokolle zeigen. So versprach Dönmez etwa mehrfach, die Türkei und Katar in Interviews schlechtzumachen. Dönmez versprach auch, seine politischen Kontakte zu nutzen – etwa zu versuchen, für die Initiative in Ministerien vorstellig zu werden. Seinen Auftrag fasst er an einer Stelle so zusammen: „Türkei = Bad, Katar = Bad, Saudis = Good“. Ein Scherz argumentiert Dönmez. Beraten wurde Dönmez in diesem Zusammenhang auch von der Wiener Ligitation-PR-Agentur Minar/Schneider/Jenewein.

Wurzeln im arabischen Frühling

Dass die Saudis Lobbyingarbeit in Europa und den USA forcieren und finanzieren, ist bekannt. Die Motivation dafür liegt in der kriselnden politischen Lage der Golfstaaten begründet: Saudiarabien hat Katar zum Erzfeind erklärt. Die Wurzeln liegen im Arabischen Frühling. Das kleine Emirat hat damals über seinen TV-Sender al-Jazeera die islamistischen Muslimbrüder massiv gegen den ägyptischen Machthaber, Hosni Mubarak, unterstützt. Im saudischen Königshaus schrillten die Alarmglocken. Es sah sich selbst bedroht von der Revolutionswelle. Ein Dorn im Auge sind den Saudis auch die guten Beziehungen, die Katar zum Iran pflegt, dem großen schiitischen Gegenspieler der saudischen Monarchie in der Region. Ihre Klingen kreuzten die Kataris und Saudis zudem in Syrien, sie finanzierten dort unterschiedliche radikale Gruppierungen. Riad warf dem Kleinstaat am Golf vor, dem Islamischen Staat unter die Arme zu greifen.