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Kern gegen Kurz: Der Kanzler als Herausforderer

Christain Kern und Sebastian Kurz diskutierten im ORF-Wahlduell.
Christain Kern und Sebastian Kurz diskutierten im ORF-Wahlduell.ORF
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Der amtierende SPÖ-Bundeskanzler tritt gegen den in Umfragen führenden ÖVP-Chef an – 76 Stunden vor dem Beginn der Nationalratswahl.

Sebastian Kurz also als „Konzernversteher“, der „lächerliche“ Vorschläge mache: Bundeskanzler Christian Kern ist in dem TV-Duell des ORF am Mittwoch Abend relativ rasch in die Rolle des Angreifers gegen sein Visavis geschlüpft, der auch durch für einen Amtsinhaber überraschend häufiges Unterbrechen auffiel. In Vorbereitung auf die Oppositionsrolle seiner SPÖ nach der Nationalratswahl am Sonntag? Nein, nein. Der Bundeskanzler hat sich bereits in seinem allerersten Satz des Gesprächs in das Kanzlerduell reklamiert, das Kurz am Tag zuvor mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ausgerufen hatte.

Die Argumente Kerns gegen Kurz waren nicht ganz neu. Der ÖVP-Chef wolle wie seinerzeit bei Schwarz-Blau unter Wolfgang Schüssel Pensionen abbauen, Sozialabbau betreiben und Leistungen für Kleinverdiener zugunsten der Interessen von Konzernen kürzen. Überhaupt, so Kern: „Das Türkis ist das neue Blau.“

Und wieder Silberstein

„Tal Silberstein ist im Gefängnis und das Dirty Campaigning geht weiter.“ So reagierte ÖVP-Chef Kurz auf die Angriffe seines bisherigen Koalitionspartners. Die Frage, was ein Kanzler könne müsse, beantwortete er so: „Der Kanzler muss den Mut und den Willen zur Veränderung haben.“ Die arbeitenden Menschen dürften „nicht die Dummen“ sein. Kurz gab das öffentliche Versprechen ab, dass seine erste Maßnahme – sollte er eine Regierung anführen „dürfen“ – eine steuerliche Entlastung für die kleinen und mittleren Einkommen und einen Kinderbonus in der Höhe von 1500 Euro jährlich sein werde. Und überhaupt müsse sich die Politik die Latte möglichst hoch legen. Auch das hat man – wenig überraschend bei der Vielzahl an Fernsehdebatten – schon dann und wann von ihm gehört.

Versprechen von Kurz schenkte Kern wenig Glauben. Zwei Mal verwendete er das auch schon aus anderen TV-Diskussionen bekannte Sprachbild, Kurz verspreche „Milch und Honig“. Das Thema Migration/Flüchtlinge nahm in der von Claudia Reiterer straff geführten Diskussion vergleichsweise wenig Raum ein.

Ob es Kern gelungen ist, Kurz vom Platz eins in Umfragen zu verdrängen? Extrem zwingend erscheint es nicht.

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