Da die Wachstumsraten von Gästen aus Russland stets zugelegt haben, hofft man bei der Österreich Werbung auch in dieser Saison auf ein stabiles Ergebnis. Wenngleich die Buchungen immer kurzfristiger sind.
Wien (ag./red.). Die Jännerbilanz 2009 haben die Russen bereits gerettet. Im kommenden Jänner sollen sie das wieder tun. Denn die Russen begehen im Jänner, dem traditionell schwächsten Monat des Wintertourismus, ihr russisch-orthodoxes Weihnachtsfest – auch in Österreich. Daher sind sie für das Jännerloch „ein wesentliches Publikum“, wie es Johann Schenner, der Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, formuliert.
Da die Wachstumsraten von Gästen aus Russland stets zugelegt haben, hofft man bei der Österreich Werbung (ÖW) auch in dieser Saison auf ein stabiles Ergebnis. Wenngleich die Buchungen immer kurzfristiger und daher schwieriger vorherzusagen sind. Die Zahlen für das bisherige Jahr zeigen allerdings nichts Gutes. Laut ÖW nahmen die Nächtigungen russischer Gäste im Zeitraum Jänner bis Oktober um 13,8Prozent auf 845.700 ab.
Russen stellen kleinen Anteil
In Summe entfallen 60Prozent aller Nächtigungen von russischen Gästen in Österreich auf den Zeitraum Dezember bis März, sagt die Österreich Werbung. Mit einem Marktanteil von 30Prozent zählt Österreich in Russland zu den beliebtesten Winter-Urlaubsdomizilen, sagt Emanuel Lehner von der Österreich Werbung. Erst dann würden Länder wie Italien, Frankreich oder auch Andorra folgen. Lehner führt das gute Abschneiden Österreichs auf Infrastruktur, Atmosphäre und die Professionalität im Segment Tourismus zurück.
Im Vergleich zu anderen Nationen stellen die russischen Gäste jedoch nur einen kleinen Anteil am heimischen Gesamtmarkt. Von in Summe 62,9 Mio. Nächtigungen in der vorigen Wintersaison entfielen 1,1Prozent auf Gäste aus Russland.
Zum Vergleich: 40,1Prozent aller Nächtigungen im Winter des Vorjahres sind auf deutsche Urlauber zurückzuführen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.12.2009)