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Haimbuchner: "Verhandlungen nur auf Augenhöhe"

Manfred Haimbuchner: "Ein toller Erfolg."
Manfred Haimbuchner: "Ein toller Erfolg."(c) APA
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Manfred Haimbuchner, stellvertretender Bundesparteichef der FP, sieht das Wahlergebnis als "tollen Erfolg" für seine Partei und hofft auf ernsthafte Parteiengespräche: "Für Scheinverhandlungen sind wir nicht zu haben."

Die Presse: Die FPÖ hat ordentlich zugelegt. In der ersten Hochrechnung war sogar von Platz zwei die Rede, schlussendlich wurde es Platz drei. Wie bewerten Sie das Wahlergebnis?

Manfred Haimbuchner: Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Wir können stolz sein auf diesen Erfolg der Freiheitlichen. Es ist ein tolles, solides Ergebnis. Warten wir jetzt einmal die nächsten Tage ab, wie es weitergeht.


Was ist der Grund, dass die FP zugelegt hat und die SP deutlich verloren hat?

Es ist das Ergebnis dessen, dass wir einen konsequenten Weg gegangen sind. Es zeigt auch, dass die utopistische linke Politik in Österreich nicht mehr angekommen ist. Und es zeigt auch, dass sich Fairness, so wie wir es propagiert haben, auszahlt.


Es wird jetzt Gespräche mit dem Wahlsieger geben, über eine mögliche Regierungskoalition. Was erwarten Sie?

Ob es zu einer Koalition kommt, wissen wir noch nicht. Ich gehe davon aus, dass Vertreter der führenden Partei mit uns Gespräche aufnehmen. Ich hoffe, dass ernsthafte Verhandlungen geführt werden, denn für Scheinverhandlungen sind wir sicher nicht zu haben. Die Gespräche müssen auf Augenhöhe geführt werden. Wir hoffen, dass die ÖVP es ernst meint.


Was bedeutet „auf Augenhöhe“? Welche Forderungen sind für Sie wichtig, welche Positionen würden Sie in einer Regierung fordern?

Seien Sie mir nicht böse: Aber Forderungen stelle ich nicht über die Presse, sondern in direkten Gesprächen mit dem Verhandlungspartner. Aber eines ist für uns wichtig und das hat die Wahl gezeigt: Die Österreicher wünschen sich Veränderung.


Die FP hat ja in Oberösterreich schon Erfahrung in einer Regierungskoalition. Kann man als Juniorpartner aber viele seiner Grundsätze durchsetzen?

Als Juniorpartner sehe ich mich in Oberösterreich überhaupt nicht, da sind wir ja annähernd gleich stark. Aber was sich hier in unserem Bundesland zeigt, ist, dass mit der FPÖ Veränderung möglich ist.


Was waren die Hauptgründe für den Erfolg? Die neue staatsmännische Positionierung von Herrn Strache? Oder das Migrationsthema?

Migration war sicher ein wichtiges Thema. Insgesamt ist es ja grundsätzlich das Thema der Sicherheit, das für uns und die Österreicher wichtig ist. Aber wichtig im Wahlkampf waren auch die Fragen des Wirtschaftsstandortes. Oder soziale Fragen etwa über die Arbeitszeit. Und nocheinmal: Es war auch wichtig, dass wir das Prinzip der Fairness in den Vordergrund gestellt haben.


Wie sehen Sie den Erfolg der ÖVP beziehungsweise von Sebastian Kurz?

Zusammenfassend muss man ja zu dem vergangenen Wahlkampf sagen, dass sich beim Thema Migration Sebastian Kurz und die ÖVP mehr geäußert haben als wir Freiheitliche.

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("Die Presse", Printausgabe, 16.10.2017)