Der Opel-Betriebsrat will den Abbau von knapp 9000 Arbeitsplätzen nicht akzeptieren. Im Jänner beginnen die Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers.
Kurz vor Beginn der Verhandlungen über die Zukunft von Opel hat der Betriebsrat das Sanierungskonzept des Mutterkonzerns General Motors (GM) abgelehnt. "Die Zahl von knapp 9000 weniger Arbeitsplätzen in Europa akzeptieren wir nicht, auch wenn es zu einem Stellenabbau kommen wird", sagte Betriebsratschef Klaus Franz am Dienstag.
Stellenabbau "unsinnig"
Ein Stellenabbau in diesem Umfang sei "betriebswirtschaftlich unsinnig" und überhaupt nicht zwingend, hatte Franz zuvor der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch) gesagt. Bis zum Jahr 2013 würden europaweit bei Opel und der britischen Schwester Vauxhall ohnehin etwa 10.500 der derzeit rund 50.000 Stellen durch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation frei. Statt unnötig Geld in Abfindungen zu stecken, solle GM alle verfügbaren Mittel in neue Produkte investieren, verlangte der Chef des Europäischen Arbeitnehmerforums. Opel habe bereits wegen der verschleppten Restrukturierung rund 800 Mio. Euro verloren.
Notwendig seien unter anderem die Entwicklung eines Kleinwagens unter dem Corsa, eines Cabrios, neuer Motoren und eines neuen Getriebes. Franz wiederholte die Forderungen der Belegschaft nach einer größeren Eigenständigkeit von Opel in einer Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit freiem Zugang zum Weltmarkt. Zur Marktöffnung gebe es positive Signale aus Detroit.
Nach wie vor ist auch die Mitarbeiterbeteiligung an Kapital und Gewinn der neuen Opel-Gesellschaft sowie eine erweiterte Mitbestimmung Teil der Verhandlungsposition gegenüber dem GM-Management.
Höherer Eigenbetrag von GM
Franz forderte erneut einen höheren Eigenbeitrag von GM zur Sanierung des Europageschäfts. Der US-Konzern setzt die Kosten mit insgesamt 3,2 Mrd. Euro an und versucht dafür Unterstützung von verschiedenen EU-Staaten mit Opel-Standorten zu erhalten. Selbst will die Opel-Mutter bisher lediglich 600 Mio. Euro beisteuern. "Das wird den Politikern nicht reichen", sagte Franz. Er bezweifelte zudem die Höhe des von den Amerikanern veranschlagten Bedarfs. Der abgewiesene Investor Magna habe nicht umsonst mit 4,5 Mrd. Euro geplant, sagte der Betriebsrat.
Franz bekräftigte, dass der mit Magna verabredete Sanierungsbeitrag der Belegschaft von 265 Mio. Euro für GM nur bei entsprechenden Gegenleistungen zur Verfügung stehe. "Werksschließungen und Entlassungen werden wir nicht akzeptieren", sagte Franz. Die Verhandlungen über Stellenabbau und mögliche finanzielle Sanierungsbeiträge der Belegschaft beginnen in der zweiten Januarwoche.
(Ag.)