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Der Tag des Michael Häupl

Wiens Bürgermeister Michael Häupl in der Wahlnacht
APA/ROLAND SCHLAGER
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Man muss sich Michael Häupl als zufriedenen Mann vorstellen. Am Wahlabend beim TV-Interview waren Schweißperlen auf seinem Antlitz nicht zu übersehen. Angstschweiß war es nicht. Für ihn ist der Tag gut gelaufen. Aus fünf Gründen.

1.  Michael Häupls Wien hat trotz gegenteiliger Vorhersagen „gehalten“. Viele hatten ja vermutet oder gehofft, die auch öffentlich seit Monaten geführten Diadochenkämpfe würden die Stadt-Partei lähmen. Das war bei dieser Nationalratswahl, wenn man die Ergebnisse betrachtet, definitiv nicht der Fall. Wien fährt das beste Wahlergebnis aller Bundesländer ein, sowohl in Prozentsätzen als auch natürlich in absoluten Zahlen an Stimmen. 35 Prozent (ohne Wahlkarten) machten in der Bundeshauptstadt bei der Liste eins ihr Kreuz, was einem Plus von 3,3 Prozentpunkten entspricht.

Wien gegen Eisenstadt

2. Der Vergleich mit dem Burgenland macht Michael Häupl in seiner strikten Ablehnung einer Koalition der SPÖ mit der FPÖ noch sicherer. Hans Niessl hat sich ja im Burgenland genau für diese Regierungsform entschieden. Einen Beschluss des Bundesparteitages, der Rot-Blau ausschließt, hat er mit einer landesweiten Mitgliederbefragung ausgehebelt.  Das Ergebnis gibt den Befürwortern einer derartigen Koalition nicht unbedingt Auftrieb. Die SPÖ Hans Niessls musste im Vergleich aller Bundesländer das größte Minus, nämlich 4,4 Prozentpunkte,  gegenüber der Nationalratswahl 2013 in Kauf nehmen. Gleichzeitig hat die FPÖ mit plus 8,7 Prozentpunkten den zweitgrößten Gewinn genau hier, im Burgenland, eingefahren, wo die Freiheitlichen in der Landesregierung sitzen.