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Feuilleton

Schwarz, türkis gerahmt - eine politische Farbenlehre

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Die ÖVP möchte nun als türkis wahrgenommen werden. Und immerhin: Ein Argument hat sie dabei auf ihrer Seite. Über schwarze Soutanen, orange Revolutionen und phrygische Mützen.

Darf man, ja soll man zu den Schwarzen jetzt die Türkisen sagen? Der Führung der ÖVP, pardon der neuen Volkspartei, wäre das dem Vernehmen nach sehr recht. Weil: Framing! Eines der politischen Unwörter der jüngeren Vergangenheit übrigens.

Soll also in etwa heißen: Türkis-Blau, das wäre von der Anmutung her etwas Neues, der Zusammenhang zu Schwarz-Blau unter Wolfgang Schüssel nur bei näherer Betrachtung herstellbar.

Eines muss man der ÖVP in der Argumention aber lassen: Die ÖVP ist die einzige Partei, die sich ihre bisherige Parteifarbe – also Schwarz – nicht selbst ausgesucht hat. Sie wurde ihr von den politischen Gegnern zugeschrieben.

Das politische Schwarz leitet sich von der Farbe der Soutanen katholischer Priester ab, da die christlich-soziale Bewegung der Kirche bekanntlich nicht sehr fern stand. Auch die christlich-soziale Ideologie an sich fußt ja zu einem wesentlichen Teil auf einer Papst-Enzyklika: In „Rerum Novarum“ wies Papst Leo XIII. einen „dritten Weg“ zwischen Liberalismus und Sozialismus.