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Britische Großbank Lloyds schreibt Milliardengewinn

Die britische Großbank Lloyds hat ihren Gewinn im dritten Quartal trotz höherer Belastungen durch faule Kredite mehr als verdoppelt.

Der Vorsteuergewinn der britische Großbank Lloyds im dritten Quartal stieg auf 1,95 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) von 811 Millionen Pfund, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Das Institut profitierte insbesondere von einem höheren Zinsüberschuss.

Der größte britische Hypothekenfinanzierer zeigte sich zuversichtlich und wies Befürchtungen von Ökonomen und Aufsichtsbehörden zurück, die vor wachsenden Kreditausfällen warnen. "Wir sehen keine Anzeichen für eine Eintrübung", sagte Konzernchef Antonio Horta-Osorio. Allerdings stiegen bei der Bank die Belastungen für faule Kredite auf 270 Millionen Pfund von 204 Millionen vor Jahresfrist. Das hänge mit dem Ausfall eines einzelnen großen Unternehmenskredits sowie der Integration des Kreditkartengeschäfts MBNA zusammen, das Lloyds vergangenes Jahr gekauft hatte.

Die britischen Verbraucher spüren derzeit die starke Teuerung, die Kreditkartenschulden steigen. Nach dem Brexit-Votum vom Juni 2016 ist das Pfund unter Druck geraten: Das erhöht die Preise für Importgüter und treibt die Inflation nach oben. Der Anstieg der Verbraucherkredite hat auch die britische Notenbank (BoE) auf den Plan gerufen, die von den Banken zusätzliche Vorsorge für Kreditausfälle gefordert hat. Horta-Osorio zeigte sich unbeeindruckt, die britischen Verbraucher könnten mit höheren Zinsen gut umgehen.

Anders als von einigen Analysten zuvor befürchtet, stellte die Bank keine zusätzlichen Mittel für die Entschädigung von Kunden zurück, denen sie unnötige Kreditversicherungen verkauft hatte. Im Juli hatte sie dafür 700 Millionen Pfund verbucht. Nach einer Werbekampagne der Finanzaufsicht Ende August sei die Zahl der Anträge auf Entschädigung zuletzt aber gestiegen, erklärte die Bank.

Die Lloyd's-Aktie bewegte sich am Mittwoch kaum vom Fleck. "Die Bank ist stark von der Binnenwirtschaft abhängig", sagte Analyst Laith Khalaf von Hargreaves Lansdown. "Sollten die Brexit-Verhandlungen die britische Wirtschaft ausbremsen, könnte die Bank in Mitleidenschaft gezogen werden." 

(Reuters)