„Das sexuelle Leben der Catherine M.“ machte Kunstexpertin Catherine Millet berühmt. Ein Gespräch über ihr neues Buch, Handy-Narzissmus und die Eifersucht des Libertins.
„Das sexuelle Leben der Catherine M.“ wurde ein heftig umstrittener Millionenbestseller. 15 Jahre ist das jetzt her – haben Sie je bereut, über Ihre promiskuitive Vergangenheit geschrieben zu haben?
Catherine Millet: Niemals. Niemand bei uns dachte ja im Traum daran, dass das Buch international berühmt werden würde. Aber das waren sehr schöne Jahre meines Lebens, ich habe viele Menschen in aller Welt kennengelernt und hatte den Eindruck, dass das Buch eine Befreiung des Sprechens befördert hat. Sonst hat es mein Leben nicht sehr verändert, mein Alltag als Kunstkritikerin und Herausgeberin meiner Zeitschrift „Art Press“ blieb ja gleich.