Quergeschrieben

Jetzt müssen sich die Wiener warm anziehen: Der Winter wird lang

Der künftige Kanzler wie auch der künftige Vizekanzler kommen aus Wien. Beide finden Freude daran, ihre Stadt schlechtzumachen, um Nichtwienern zu gefallen.

Es war, als hätten die Wienerinnen und Wiener am Wahltag bereits geahnt, was in den nächsten Jahren auf sie zukommen wird. Die SPÖ legte hier deutlich mehr zu als überall sonst. Aus den trotzigen Tönen während der Regierungsbildung kann man nun heraushören: Wien geht in Verteidigungsstellung. Eingraben, absichern, wachsam sein lautet die Devise – und sich gegen Angriffe rüsten, die der Stadt unmittelbar bevorstehen. Dafür gibt es gute Gründe. Denn realisieren Schwarz und Blau, was sie im Wahlkampf angekündigt haben, dann werden sie Wien finanziell die Daumenschrauben anlegen, zudrücken, und zuschauen, wie es wehtut.

Zuallererst wird es, wie dem Publikum zigtausendfach versprochen, die Bezieher von Sozialleistungen treffen: zuerst die Flüchtlinge, kurz darauf wohl auch die Einheimischen. Die anderen Bundesländer haben ja alles getan, um möglichst viele von ihnen nach Wien zu schicken – und sich anschließend darüber empört, dass Wien sie tatsächlich alle aufnahm. Wenn Familien demnächst auf die Straße gesetzt werden, weil sie ihre Mieten nicht mehr zahlen können, wenn die Obdachlosigkeit steigt – dann wird das der Bundesregierung als Beweis dafür dienen, dass Wien sozialpolitisch gescheitert ist.

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