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Netflix stoppt Produktion neuer "House of Cards"-Staffel

''House of Cards''-Hauptdarsteller Kevin Spacey
''House of Cards''-Hauptdarsteller Kevin Spacey(c) Reuters
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Die Arbeiten an der sechsten Staffel werden wegen der Belästigungsvorwürfe gegen Kevin Spacey vorläufig eingestellt. Man wolle auf die "Besorgnisse der Crew" eingehen.

Als Reaktion auf die Belästigungsvorwürfe gegen den Schauspieler Kevin Spacey hat der Streamingdienst Netflix die Produktion der Erfolgsserie "House of Cards" bis auf Weiteres eingestellt. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, diese Entscheidung sei zusammen mit der Produktionsfirma Media Rights Capital getroffen worden.

Durch den vorläufigen Produktionsstopp solle die Zeit geschaffen werden, "die Lage zu untersuchen und auf jegliche Besorgnisse der Crew" der Serie einzugehen, begründete Netflix den Beschluss. Die sechste Staffel der Serie, in der Spacey die Hauptrolle eines machthungrigen und skrupellosen Politikers spielt, sollte nach den bisherigen Planungen im nächsten Jahr gezeigt werden.

Keine siebente Staffel

Schon vor dieser Entscheidung hatte Netflix am Montag angekündigt, dass "House of Cards" nach der sechsten Staffel komplett eingestellt werden solle. Aus Insiderkreisen hieß es jedoch, dass das Ende der Serie nach der sechsten Staffel nichts mit den Anschuldigungen gegen Spacey zu tun habe.

Der Belästigungsvorwurf gegen den 58-jährigen Hollywoodstar wurde von dem Schauspieler Anthony Rapp erhoben. Dieser berichtete in einem Interview, er sei 1986 als 14-Jähriger auf einer Party von Spacey sexuell bedrängt worden. Spacey entschuldigte sich draufhin über den Kurzbotschaftendienst Twitter: "Ich kann mich ehrlich nicht an die Begegnung erinnern. Ich bin aber mehr als entsetzt, diese Geschichte zu hören. Wenn ich mich so verhalten habe, wie er es beschreibt, schulde ich ihm die aufrichtigste Entschuldigung", schrieb er. Zugleich betonte er, stets Beziehungen zu Männern wie Frauen gehabt zu haben, fortan aber als schwuler Mann leben zu wollen.

Die Art seiner Entschuldigung löste aber massive Kritik aus. Dem zweifachen Oscar-Preisträger wurde besonders in sozialen Netzwerken vorgeworfen, sein Outing als homosexuell sei ein Manöver, um von den mutmaßlichen Übergriffen abzulenken. Auch sah er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Homosexualität pauschal mit Pädophilie in Verbindung zu bringen.

(APA/AFP/Red.)