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Bernhard Kohl: Empfindliche Niederlage vor Gericht

Bernhard Kohl
(c) (Clemens Fabry)
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Der Ex-Radstar darf Beschuldigungen gegen seinen früheren Teamarzt nicht aufrecht erhalten. Der Mediziner setzte sich heute vor dem Landesgericht Korneuburg durch - auch dank einer Aussage von Stefan Matschiner.

Im September 2009 erhob Bernhard Kohl schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Teamarzt beim Rennstall Gerolsteiner. Mannschaftsarzt Mark Schmidt habe seit 2007 von den Dopingpraktiken Kohls gewusst und ihn dabei auch unterstützt. In diesem Zusammenhang erlitt der österreichische Ex-Radprofi am Donnerstag eine empfindliche Niederlage: Schmidt bekam vor dem Landesgericht Korneuburg recht, Kohl wurde per einstweiliger Verfügung verboten, diese Äußerungen weiter zu tätigen. Das berichtet orf.at.

Ein umgehend eingelegter Rekurs Kohls wurde vom Oberlandesgericht Wien abgelehnt.

Für Schmidt sagte übrigens Stefan Matschiner, der ehemalige Manager Kohls aus. Beide legten eine eidesstattliche Erklärung ab, wonach es nicht zutreffe, dass Matschiner und Schmidt die Dopingvorgänge kontrolliert hätten. Der Mediziner gab auch zu Protokoll, dass er Kohl bei der Tour de France 2008, die der Österreicher sensationell als Dritter beendet hatte, noch gar nicht gekannt hatte. Matschiner bestätigte diese Aussage.

Kohl hatte gegenüber Medien gemeint, dass Schmidt bei der Tour 2008 sicher wusste, dass er dopen würde. Er habe mit dem Arzt sogar darüber gesprochen.

"Es kann nicht festgestellt werden, dass der Kläger von der Dopingpraxis des Beklagten wusste oder ihm bei der Durchführung des Dopings oder der Verschleierung desselben wissentlich behilflich war" zitiert der ORF aus der Urteilsbegründung des LG Korneuburg.

Die Darlegungen Kohls seien in mehreren Punkten nicht konsistent gewesen, "so dass die inkrimierten Behauptungen letztlich nicht als erweislich wahr angesehen werden können".

(Red.)