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Causa Pilz: SPÖ-naher Zeuge bestreitet Intrige

Er sei 2013 in Alpbach "leider zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen, als Pilz betrunken eine Mitarbeiterin der EVP begrapscht habe, erklärt Oliver Stauber.

Rund um die Belästigungs-Vorwürfe gegen Peter Pilz wehrt sich einer der beiden öffentlich bekannten Zeugen, Oliver Stauber (SPÖ), gegen Pilz' Vorwurf der Intrige. Es gebe weitere Zeugen, die so wie er 2013 beim Forum Alpbach "leider zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen seien, als Pilz betrunken eine Mitarbeiterin der Europäischen Volkspartei belästigt habe, sagte Stauber am Montag.

Zumindest ein dritter Zeuge - neben Stauber und dem Banker Christian Niedermüller - sei bereit, so Stauber, in einem Gerichtsverfahren zur Verfügung zu stehen. Dieser dritte Zeuge sei beruflich im Ausland tätig und habe nichts mit der österreichischen Innenpolitik zu tun. Dieser wolle nur nicht in den Medien namentlich vorkommen.

Stauber erklärte, von "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk am Freitag spätnachts gefragt worden zu sein, ob er eine sexuelle Belästigung von Pilz bezeugen könne, darauf habe er wahrheitsgemäß mit Ja geantwortet. Dies sei eine rein private Aussage als Zeuge, so der Anwalt, der heuer für die SPÖ für den Nationalrat kandidierte und Vorsitzender der SPÖ-Sektion ohne Namen ist.

"Null Interesse daran, dass Pilz nicht im Nationalrat ist"

"Ich habe null Interesse daran, dass Pilz nicht im Nationalrat ist - im Gegenteil", beteuerte Stauber. Pilz' Vorwurf der politischen Intrige sei an den "Haaren herbeigezogen", der Vorfall in Alpbach vor vier Jahren hingegen leider eine "wasserdichte Geschichte". Stauber sagte, er sei an einer Aufklärung vor Gericht interessiert, werde sich in den Medien aber nicht weiter dazu äußern.

Stauber verlangt von Pilz, den Vorwurf der politischen Intrige zu widerrufen, dieser entbehre jeder Grundlage. "Pilz muss aufhören, eine Intrige zu spinnen, die es nicht gibt". "Ich behalte mir rechtliche Schritte vor, sollte Pilz die unhaltbaren Vorwürfe wiederholen", erklärte Stauber darüber hinaus in einer schriftlichen Stellungnahme. Er sei in die Sache nur deshalb involviert, weil er am Freitagabend auf Twitter von Niedermüller ungefragt als weiterer Zeuge genannt worden sei.

Stauber bezweifelte auch, dass Pilz tatsächlich an einer Aufklärung interessiert sei. Pilz' Anwalt und politischer Mitstreiter, Alfred Noll, habe noch am Samstag mit ihm Kontakt aufgenommen. Er, so Stauber, sei wegen eines Treffens aber auf heute, Montag, vertröstet worden und nun sei Noll laut seiner Assistentin krank. Er habe Noll aber am Samstag telefonisch bestätigt, dass er die Belästigung bestätigen könne.

Glawischnig: Pilz "kann sehr manipulativ sein"

Auch die frühere Grünen-Chefin Eva Glawischnig meldete sich am Montag neuerlich zu der Causa zu Wort. Im Ö1-"Mittagsjournal" wiederholte sie, dass sie im Dezember 2015 mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung durch Pilz konfrontiert worden sei. Eine Mitarbeiterin habe rund 40 Fälle gegen sie selbst dokumentiert. "Ich habe ihr die Möglichkeit gegeben, einen anderen Arbeitsplatz zu bekommen", so Glawischnig und Pilz "ein Kontaktverbot erteilen müssen". Weiters wollte sie die Vorwürfe im grünen Klub diskutieren, das habe das Opfer aber abgelehnt. Klar sei: Wenn man mit den Maßstäben an die Causa herangehe, die die Grünen an andere Parteien anlegten, "hätte ich - überhaupt keine Frage - in der Sekunde gesagt, das ist nicht tragbar", so Glawischnig. "Ja", sie wäre für einen Rücktritt gewesen.

Die von Pilz nun aufgebrachten Vorwürfe, es handle sich um eine politische Intrige, bestritt Glawischnig: "Jetzt eine politische Intrige zu entwerfen, die halb Österreich betrifft, ist mehr als befremdlich." Sie habe Pilz jedenfalls "immer als Mann erlebt, der weiß, dass er Macht ausübt und sehr manipulativ sein kann".

>>> Glawischnig im Ö1-"Mittagsjournal"

(APA/Red.)