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Witwe von CIA-Attentäter ist "stolz" auf ihren Mann

(c) EPA (SALIH ZEKI FAZLIOGLU)
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"Er hat in diesem Krieg einen sehr wichtigen Auftrag ausgeführt", sagt die Türkin Defne Bayrak über ihren Mann. Der mutmaßliche Doppelagent sprengte sich in einer CIA-Basis in Afghanistan in die Luft.

Nach dem Selbstmordanschlag auf CIA-Agenten in Afghanistan hat die Witwe des Attentäters ihn gelobt. "Ich bin stolz auf meinen Gatten. Er hat in diesem Krieg einen sehr wichtigen Auftrag ausgeführt", sagte die Türkin Defne Bayrak am Donnerstag in Istanbul. Mit einem schwarzen Tschador bekleidet, bestritt sie, ihr Mann Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawi sei ein jordanischer und amerikanischer Doppelagent gewesen.

"Ich denke, es ist ausgeschlossen, dass er ein US-Agent war. Dazu war seine Abneigung gegenüber den USA zu groß. Er könnte die USA und Jordanien lediglich benutzt haben, um seine Ziele zu erreichen", sagte die Witwe weiter. Bayrak ist Journalistin. Eines ihrer Bücher trägt den Titel "Osama bin Laden: Che Guevara des Ostens".

Letzter Kontakt vor zehn Tagen

In einem Interview mit der Zeitung "Sabah" erklärte Bayrak zuvor, sie habe geglaubt, ihr Mann sei wegen medizinischer Studien in Afghanistan. Am Telefon habe sie dann von einem jordanischen Freund ihres Mannes von der Tat erfahren. Sie selbst habe den letzten telefonischen Kontakt mit ihrem Mann vor vier bis sechs Wochen gehabt, den letzten Internetkontakt vor zehn Tagen. Balawi habe ihr gesagt, er komme zurück in die Türkei und beantrage die türkische Staatsbürgerschaft, um dort seine Forschungen fortzusetzen.

Bayrak zufolge lernte sie ihren Mann in den 90er Jahren kennen, als al-Balawi in Istanbul Medizin studierte. Danach lebten sie in Jordanien, wo sie zwei Töchter hatten. Im Oktober 2009 zog die Familie wieder zurück in die Türkei.

Bombe in CIA-Basis

Al-Balawi sprengte sich am 30. Dezember im Camp Chapman in der afghanischen Provinz Khost in die Luft. Acht Menschen starben, darunter mindestens fünf CIA-Agenten. Die al-Qaida bekannte sich zu dem Anschlag.

Der Attentäter war schon früher mit Islamisten in Verbindung gebracht worden. Der jordanische Geheimdienst ging jedoch davon aus, ihn auf ihre Seite gezogen zu haben und schickte ihn als Agenten nach Pakistan und Afghanistan. Auch der US-Geheimdienst erhoffte sich von al-Balawi Informationen über die Führungsspitze der al-Qaida.

(Ag./Red.)