Kolba startet Online-Petition für Pilz

Peter Pilz und sein Team Maria Stern, Peter Kolba, Sebastian Bohrn-Mena und Stephanie Cox
Peter Pilz und sein Team Maria Stern, Peter Kolba, Sebastian Bohrn-Mena und Stephanie CoxAPA/GEORG HOCHMUTH

Er hoffe, dass sich Peter Pilz trotz der Vorwürfe der sexuellen Belästigung entscheide, in den Nationalrat einzuziehen, sagt sein Mitstreiter Peter Kolba. Der Klub will am Mittwoch über den Vorsitz entscheiden.

Listengründer Peter Pilz rang sich am Montag doch noch eine Entscheidung ab: „Aus, Schluss, ich will nicht mehr“, betonte er zur Frage, ob er nach den Vorwürfen der sexuellen Belästigung doch ins Parlament einziehen werde. Manche seiner Mitstreiter wollen sich damit aber nicht abfinden. „Ich würde hoffen, dass wir ihn bis Mittwoch, wo wir den Klub konstituieren werden, noch überreden können, dass er als Klubchef auch ins Parlament geht“, sagte Pilz' Mitstreiter Peter Kolba am Montagabend in der „ZiB 24“.

Im Interview mit der „Kleinen Zeitung“ ergänzte der Jurist: „Ich persönlich würde Pilz aber nach wie vor ersuchen, das Mandat doch anzunehmen und sich nicht rausschießen zu lassen.“ Am Dienstag veröffentlichte Kolba zudem eine Online-Petition mit dem Titel "Peter Pilz soll Nationalratsmandat annehmen". 

Anders sehen dies laut "Kurier" mehrere grüne Frauen, die allerdings anonym bleiben wollen. Dass Pilz sagt, er hätte nie eine Frau belästigt, sei "eine glatte Lüge", zitierte die Zeitung eine Tirolerin.

Klub trifft am Mittwoch weitere Entscheidungen

Der Pilz-Klub will jedenfalls am Mittwochn über die künftige Aufstellung entscheiden. Wer Klubvorsitzender wird, stehe noch nicht fest, sagte Mandatar Bruno Rossmann am Dienstag.

Mit acht Mandataren zieht die Liste Pilz in den Nationalrat ein. Drei Mandatare waren schon zuvor im Nationalrat vertreten: Die ehemaligen grünen Rossmann und Wolfgang Zinggl sowie Daniela Holzinger für die SPÖ. Nachdem Pilz angekündigt hatte, sein Mandat nicht anzunehmen, würde statt ihm die steirische Liste Martha Bißmann einziehen. Fix ist dies aber noch nicht, auch darüber dürfte bei der Sitzung am Mittwoch entschieden werden.

Auf einen Blick

Die „Presse“ berichtete am Freitag, dass eine ehemalige Mitarbeiterin von Peter Pilz rund 40 Vorfälle der sexuellen Belästigung durch den langjährigen Grünen-Mandatar dokumentiert hat. Am Samstag schrieb der „Falter“ über einen Vorfall aus dem Jahr 2013 beim Europäischen Forum in Alpbach, dort soll Pilz eine Frau „begrapscht“ haben. Pilz trat am selben Tag vor die Medien und beteuerte, sich an letztgenannten Fall nicht erinnern zu können, er wolle aber „schonungslose Aufklärung“ und sei dabei, den besagten Abend zu rekonstruieren.

Zur Causa rund um seine Ex-Mitarbeiterin betonte er, er habe die Vorwürfe gegen seine Person nie gesehen, da sich die Frau zwar im Jahr 2015 an die grüne Klubführung und die Gleichbehandlungsanwaltschaft gewandt, jedoch eine Verschwiegenheitsklausel vereinbart habe, sodass er keinen Zugang zu den Unterlagen habe und ein öffentliches Verfahren nicht möglich sei.

Am Montag legte Pilz nach und veröffentlichte Auszüge aus seinem Tagebuch von damals.
Dort hielt er unter anderem fest:

„Vor einem Monat hat es begonnen. An diesem Nachmittag hat mich (die damalige Grünen-Chefin, Anm.) Eva Glawischnig informiert, dass es 'schwerwiegende Vorwürfe von Mitarbeiterinnen' gegen mich gibt. Bis heute weiß ich nicht mehr. Würde ein derartiges Verfahren gegen eine der Gruppen, denen unser besonderes Mitgefühl gilt, geführt, würden wir solches nie akzeptieren. Aber ich bin ja kein marokkanischer Sylvesterfeierer in Köln (In der Silvesternacht 2015/2016 kam es in Köln zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen vor allem aus nordafrikanischen Ländern, Anm.), sondern ein österreichischer Abgeordneter in Wien. Für manche scheint es auch auf diesen Unterschied anzukommen.“

Weiters stellte Pilz mehrfach eine politische Intrige gegen seine Person in den Raum – ein Vorwurf, den Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig ebenfalls mehrmals auf das Schärfste zurückwies.

>>> ZiB 24

>>> Interview der "Kleinen Zeitung"

>>> "Kurier"-Bericht

(Red./APA)