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Deutsche Telekom traut sich wegen US-Geschäft höheres Ergebnis zu

AFP (OLIVER BERG)

Das US-Geschäft bleibt die treibende Kraft für die Deutsche Telekom.

Das US-Geschäft entwickelt sich immer stärker zum einzigen Glanzlicht bei der Deutschen Telekom. Wegen florierender Geschäfte von T-Mobile US hob der Bonner Konzern am Donnerstag seine Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) für das Gesamtjahr auf rund 22,4 bis 22,5 Milliarden Euro an. Im Vorjahr hatte die Telekom ein hier 21,4 Milliarden Euro erreicht. Dagegen bereitet dem Dax-Konzern in Deutschland vor allem die Großkundensparte T-Systems Bauchschmerzen. Wegen eines schlechtes Auftrageingangs schrieb das Unternehmen nun 1,2 Milliarden Euro auf das operative Geschäft der Sparte ab.

Erst am Wochenende hatte der Konzern in den USA aber einen Rückschlag erlitten: Die langwierigen Verhandlungen über eine Fusion mit dem kleineren Wettbewerber Sprint wurden abgebrochen. Telekom-Chef Timotheus Höttges begründete das Aus für die Verhandlungen unter anderem mit der Aussicht auf eine zu geringe Ausbeute und Streitigkeiten, wer das fusionierte Unternehmen führen sollte.

Von Juli bis September konnte die Telekom trotz der Zuwächse in den USA ihren Umsatz mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 18,25 Milliarden Euro kaum steigern. Dies hänge auch mit dem Dollar-Wechselkurs zusammen, erklärte das Unternehmen. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte um 3,3 Prozent auf 5,72 Milliarden Euro. Wegen der Abschreibung auf T-Systems sank der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 507 Millionen Euro. Die Telekom gab damit im Vergleich zu den Erwartungen des Marktes ein gemischtes Bild ab. Analysten hatten bei Erlösen von 18,37 Milliarden Euro mit einem bereinigten Betriebsgewinn in Höhe von knapp 5,62 Milliarden Euro gerechnet.

Die Deutsche Telekom muss weiterhin viel Geld in die Hand nehmen, um die Weichen für künftiges Wachstum zu stellen. In Deutschland steht der Aufbau eines Mobilfunknetzes der fünften Generation (5G) an. Die Frequenzen sollen im kommenden Jahr veräußert werden. Zudem sind hohe Ausgaben in den USA nötig, um den Platzhirschen AT&T und Verizon weiter Kunden abzujagen. Ende September lag die Netto-Verschuldung der Telekom bereits bei 52,6 Milliarden Euro. 

(Reuters)