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EU-Herbstprognose: Österreichs Wirtschaft wächst kräftig

Haertere Strafen fuer EU-Defizitsuender
dpa/Arne Dedert
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Die EU-Herbstprognose sagt Österreich ein sprunghaftes BIP-Wachstum voraus. Auch am Arbeitsmarkt werden Verbesserungen erwartet. Budgetdefizit und Staatsschulden sollen sinken.

Brüssel/Wien. Die Herbstprognose der EU-Kommission sagt Österreich für 2017 einen Sprung der Wirtschaftsleistung von 1,5
Prozent im Vorjahr auf ein Plus von nunmehr 2,6 Prozent voraus. Die Erholung wird auch 2018 anhalten - wobei die Steigerung des BIP dann laut Prognose vom Donnerstag 2,4 Prozent betragen soll.

Die EU-Herbstprognose hat die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs als erfolgreich bezeichnet. Es gebe einen günstigen Ausblick. Österreich sei "in eine Aufschwungphase" eingetreten, heißt es in dem Länderbericht.

 Auch das Budgetdefizit verbessert sich für die Alpenrepublik
stetig. Nach einem Minus von 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
(BIP) im laufenden Jahr soll es 2017 ein Absinken auf 1,0 Prozent
und 2018 eine weitere Reduktion auf 0,9 Prozent geben. Für 2019 wird eine neuerliche Verringerung auf 0,6 Prozent vorausgesagt.

Staatsschulden in Österreich rückläufig

Die Staatsschulden sinken ebenfalls kontinuierlich. Nach 83,6
Prozent des BIP 2016 wird für heuer eine Quote von nur mehr 78,6
Prozent erwartet, 2018 eine Reduktion auf 76,2 Prozent und 2019 soll die Staatsschuld auf 73,4 Prozent sinken.

Die Inflation für Österreich wird laut Herbstprognose im laufenden Jahr auf 2,0 Prozent steigen - nach 1,0 Prozent 2016. Im nächsten Jahr soll die Teuerung dann auf 1,6 Prozent zurückgehen und 2019 wieder leicht auf 1,7 Prozent ansteigen.

Bei der Arbeitslosigkeit verbessert sich die Lage gleichfalls. Nach 6,0 Prozent im Vorjahr geht die Arbeitslosigkeit auf 5,6 Prozent 2017 zurück, sinkt weiter im nächsten Jahr auf 5,5 Prozent und wird 2019 nur noch 5,4 Prozent betragen.

EU verzeichnet Wachstumssprung

Optimistisch sind die Ökonomen auch für die EU als Ganzes: Für sie weist die Herbstprognose das höchste Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren aus. Demnach soll das BIP 2017 in der EU um 2,3 Prozent steigen. In der Eurozone wird ein Plus von 2,2 Prozent erwartet. 2018 soll die positive Entwicklung anhalten, allerdings wird mit einem leichten Rückgang auf je 2,1 Prozent in EU und Eurozone gerechnet.

Gegenüber 2016 bedeuten die Daten einen klaren Sprung nach oben. Im Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung in der EU um 2,0 Prozent, in der Eurozone um 1,8 Prozent.

Großbritannien, das Ende März 2019 die EU verlassen wird, zeigt
eine gegenteilige Entwicklung gegenüber dem Durchschnitt der
restlichen 27 Staaten. Die Briten müssen mit einer deutlichen
Einbuße rechnen. Wuchs das britische BIP 2016 noch um 1,8 Prozent und damit im Durchschnitt der Währungsunion, wird für 2017 ein gebremster Anstieg um 1,5 Prozent und 2018 ein noch schwächeres Plus von 1,3 Prozent prophezeit. 2019 soll das Wirtschaftswachstum in Großbritannien auf 1,1 Prozent sinken. Für die EU und die Eurozone wird 2019 noch ein BIP-Anstieg von je 1,9 Prozent vorhergesagt.

Die Herbstprognose weist auch für die Zukunft eine Vorausschau
der EU ohne Großbritannien aus. Der Durchschnitt der 27
Mitgliedsländer verbessert sich damit auf 2,4 Prozent
Wirtschaftswachstum für 2017, für 2018 werden 2,2 Prozent
vorhergesagt und für 2019 noch ein Plus von 2,0 Prozent.

Griechenland weiter mit höchsten Schulden

Griechenland muss sich weiterhin mit den höchsten Staatsschulden in der EU herumschlagen und die Aussichten auf eine deutliche Verbesserung sind eher trüb. Die EU-Herbstprognose weist hier für die Hellenen zwar einen Rückgang von 180,8 Prozent des BIP 2016 auf 179,6 Prozent für heuer aus, doch wird es 2018 laut Vorausschau mit 177,8 Prozent auch nicht wesentlich besser.

Insgesamt 15 Staaten rangieren uber der 60-Prozent-Maastricht-Richtmarke.