Pilz überlegt Rückkehr als parlamentarischer Mitarbeiter

Peter Pilz
Peter PilzAPA/HELMUT FOHRINGER

Der Listengründer könnte im Rahmen eines Eurofighter-U-Ausschusses ins Hohe Haus zurückkehren. Derzeit erlebe er viel Rückhalt - und freue sich vor allem über die "vielen Mails von Frauen".

Listengründer Peter Pilz überlegt ein baldiges Comeback im Parlament, sollte ein weiterer Eurofighter-Untersuchungsausschuss eingesetzt werden - allerdings vorerst nicht als Abgeordneter. "Wird er schnell wieder ins Leben gerufen, kann ich als Mitarbeiter neben einem fragenden Abgeordneten im U-Ausschuss sitzen", sagte er im Interview mit dem "Kurier" am Freitag. "Dafür bin ich mir nicht zu gut. Ich muss ja nicht immer selbst fragen, sondern kann die Fragen für eine andere Abgeordnete vorbereiten", meinte Pilz.

Seinen Rückzug als Abgeordneter bezeichnete Pilz als "vorläufig", er werde "in den nächsten Monaten" seine Arbeit von außen erledigen und sich dabei vor allem der Korruptionsbekämpfung widmen.

Dass er aufgrund seines Rückzuges nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung nicht an der konstituierenden Sitzung des Nationalrates teilgenommen habe, sei "traurig" gewesen, aber "konsequent". Er habe sich zum Ziel gesetzt, seine "Selbstkontrolle" zu verbessern - insbesondere im alkoholisierten Zustand.

"Etliche Vorwürfe beginnen zu zerbröseln"

Überhaupt gab sich der 63-Jährige optimistisch-kämpferisch: "Etliche der Vorwürfe gegen mich beginnen ja jetzt schon zu zerbröseln", meinte er.

Auch erlebe er viel Rückhalt aus der Bevölkerung: "Überall fordern mich die Menschen auf: Pilz mach’ weiter! Überall in Österreich gibt es in der Bevölkerung eine ganz klare Meinung. Sie wollen, dass ich meine Wahlversprechen erfülle." Er freue sich dabei insbesondere über die "vielen Mails", die ihm Frauen schicken würden.

Die Vorwürfe auf einen Blick

Eine ehemalige Mitarbeiterin von Peter Pilz hat diesem rund 40 Vorfälle der sexuellen Belästigung vorgeworfen. 2013 soll der langjährige Grüne zudem beim Europäischen Forum in Alpbach eine Frau „begrapscht“ haben. Pilz beteuert, sich an letztgenannten Fall nicht erinnern zu können, er wolle aber „schonungslose Aufklärung“ und sei dabei, den besagten Abend zu rekonstruieren.

Zur Causa rund um seine Ex-Mitarbeiterin betont er, er habe die Vorwürfe nie gesehen, da sich die Frau zwar im Jahr 2015 an die grüne Klubführung und die Gleichbehandlungsanwaltschaft gewandt, jedoch eine Verschwiegenheitsklausel vereinbart habe, sodass er keinen Zugang zu den Unterlagen habe und ein öffentliches Verfahren nicht möglich sei.

>>> Pilz im "Kurier"-Interview

(Red/APA)