Heftige Schneefälle haben in Teilen Europas den Verkehr lahmgelegt. In Großbritannien stieg die Zahl der Winter-Toten auf mindestens 25. In Frankreich rief der Wetterdienst die Warnstufe aus.
Eis und Schnee haben am Samstag in weiten Teilen Westeuropas zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen geführt. Betroffen waren vor allem Frankreich und Großbritannien. In etwas geringerem Ausmaß auch Deutschland. Für die britischen Inseln sagten Meteorologen für die kommenden Tage eine Fortsetzung der härtesten Kälteperiode seit 30 Jahren voraus.
Die Temperaturen blieben in einigen ländlichen Gebieten auch tagsüber unter minus zehn Grad. Zudem wurden weitere Schneefälle erwartet. Auf den britischen Autobahnen mussten Spuren gesperrt werden, da der Splitt nicht mehr ausreichte, auch die Seitenstreifen zu streuen. British Airways strich am Flughafen London Heathrow 50 Flüge. Easyjet sagte neun Verbindungen ab, unter anderem von den Londoner Flughäfen Gatwick und Luton.
In Großbritannien stieg die Zahl der Winter-Toten seit Weihnachten auf mindestens 25. Jüngste Opfer sind zwei Männer, die in Leicester auf einem zugefrorenen See eingebrochen waren. Eine 90-Jährige wurde erfroren in ihrem Garten gefunden, sie war wahrscheinlich im Schnee ausgerutscht. Ein Ende der ungewöhnlich eisigen Zustände ist nicht in Sicht.
In Frankreich rief der Wetterdienst Meteo angesichts anhaltender Schneefälle und vereister Straßen in 29 Departements die Warnstufe aus. Die Flughäfen in Toulouse, Lourdes, Lyon, Brest und Lorient wurden geschlossen. Auf den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly kam es zu Verspätungen, wie die Flughafenbetreiber mitteilten. Auch der Bahnverkehr war betroffen. So verkehrten die Züge zwischen Städten wie Tours, Lyon und Marseille deutlich langsamer als sonst üblich. Dadurch kam es nach Angaben der Bahn SNCF zu Verspätungen.
Schneefall brachte auch dem Osten Tschechiens ein Verkehrschaos. Im russischen Nordkaukasus tötete eine Lawine fünf Bergsteiger. In Polen führte starker Schneefall zu Staus und Sperrungen. In Schlesien fiel für 14 000 Menschen der Strom aus. Im Süden Frankreichs waren am Samstag noch immer 15 000 Haushalte ohne Strom. Der Flughafen von Toulouse war am Vormittag komplett gesperrt. In Italien führten Flüsse wie der Tiber weiter Hochwasser, auch wenn es für die Hauptstadt Rom Entwarnung gab. In Norditalien schneite es weiter. Überschwemmugen gab es auch in Albanien und Teilen Kroatiens.
In Belgien kostete heftiger Schneefall einen Autofahrer das Leben. Der Mann verlor in Genappe südlich von Brüssel auf glatter Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug. In den Bergen im Südwesten der Ferieninsel Mallorca schneite es, auch auf der Nachbarinsel Ibiza gab es starken Regen. Galicien im Nordwesten Spaniens erlebte die schwersten Schneefälle in 25 Jahren. Frühlingshaft war es derweil in Bulgarien. Dort wurden am Samstag für Jänner ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen: bis zu 20,1 Grad.
In Deutschland brachte das Tief "Daisy" Sturmböen, blockierte Straßen, zugeschneite Schienen, aber nur wenig Chaos. Regional allerdings blieb die Lage teils recht angespannt. Allerdings wurde vor teils schweren Sturmböen an der Ostseeküste gewarnt, die vor allem auf Rügen Orkanstärke erreichen könnten. Fährreisende zwischen Mecklenburg-Vorpommern sowie Schweden und Dänemark mussten lange Wartezeiten hinnehmen.
(Ag./Red.)