HIV-Gedenkgottesdienst am Welt-Aids-Tag im Wiener Stephansdom

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Archivbild: StephansdomDie Presse
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Annäherung zwischen Kirche und Aids-Hilfsorganisation: Kardinal Schönborn und Life-Ball-Organisator Keszler laden am Welt-Aids-Tag am 1. Dezember zum Mozart-Requiem.

Als Zeichen gegen Vorurteile wird heuer am Welt-Aids-Tag am 1. Dezember erstmals ein konfessionsübergreifender Gedenkgottesdienst im Wiener Stephansdom stattfinden. Dabei wird den rund 36 Millionen Menschen gedacht, die bisher an Aids verstorben sind. Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszler laden zu dem Mozart-Requiem, gab der Verein hinter dem Life Ball, "Life+", am Mittwoch bekannt.

Eine Annäherung zwischen dem Kardinal und Keszler hat es bereits vor eineinhalb Jahren gegeben, als sich die beiden bei einem Essen kennengelernt und ein längeres Gespräch geführt hatten. Im Sommer 2016 wohnte Schönborn dem vom Life Ball organisierten "Red Ribbon Celebration Concert" im Burgtheater bei. Ein Novum, zeigte sich die katholische Kirche bisher kritisch gegenüber Homosexualität. Damals sagte der Erzbischof: "Ich gestehe es, ich habe Vorurteile, aber sie sind geschmolzen."

"Es gibt eine schwierige Tradition zwischen dem Thema HIV/Aids und der Kirche, weil es natürlich Themen berührt wie Sexualität, Lust und auch gleichgeschlechtliche Sexualität", sagte Keszler. Nichtsdestotrotz seien viele katholische Schwestern und Missionare die ersten gewesen, die wirklich greifbare Initiativen durchgesetzt hätte, um den Menschen Mitte der 1980er-Jahre in den ärmsten Ländern im Kampf gegen die Krankheit zu helfen.

"Dass wir in Österreich einen Kardinal haben, der sich im Sinne der Nächstenliebe auch sehr sorgt, und auf Menschen, denen es schlecht geht, ohne Vorurteile zugeht, macht mich sehr, sehr glücklich", betonte der Life Ball-Organisator. "Mitgefühl ist ganz wichtig für unsere Zeit. Es ist die Gabe, genau hinzuschauen und Bereitschaft zum Lernen zu zeigen. Wir feiern diesen Gottesdienst, um für die zu beten, die an Aids gestorben sind, um die Hinterbliebenen zu trösten und um denen Kraft zu erbitten, die an HIV/Aids leiden", erklärte Schönborn.

"Besondere Auszeichnung" zum Jubiläum

Am 1. Dezember jährt sich außerdem zum 25. Mal die Gründung des Life Ball-Trägervereins "Aids Life", dem heutigen "Life+". "Das ist für mich natürlich eine besondere Auszeichnung. Würdiger kann man den Welt-Aids-Tag nicht begehen", sagte Keszler.

Das Wiener Kammerorchester und der Philharmonia Chor Wien lassen Mozarts letzte Komposition unter der Leitung der Dirigentin Keri-Lynn Wilson im Stephansdom erklingen. Das Requiem wird von Tenor Levy Strauss Sekgapane, der Sopranistin Julia Novikova, der Mezzosopranistin Elena Maximova und dem Bassbariton Andrea Mastroni interpretiert. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten der Aids-Hilfe erbeten.

Vor dem Requiem, das um 22.30 Uhr beginnt, findet eine Fackelzug durch die Stadt zum Stephansdom statt. Treffpunkt ist um 20.00 am Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof. Der Zug marschiert dann über die Mariahilfer Straße, dem Ring und den Heldenplatz zum Stephansplatz. Für Teilnehmer des Fackelzugs sind Sitzplätze in der Kirche reserviert.

(APA)

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