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Papst: "Leugnung Gottes zerstört Schöpfung"

Papst Benedikt XVI
(c) EPA (Maurizio Brambatti)
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Benedikt XVI. ortet in der westlichen Kultur eine Feindseligkeit gegenüber der Religion, die auch Mitschuld trage an der Zerstörung der Umwelt. Er forderte eine "gesunde Zusammenarbeit" zwischen Staat und Kirche.

Bei seiner traditionellen Neujahrsaudienz für Diplomaten kritisierte Papst Benedikt XVI., dass sich vorwiegend in westlichen Ländern in den Bereichen der Politik und der Kultur sowie in den Medien eine Haltung der Geringschätzung und eine Feindseligkeit gegenüber der Religion breit mache. "Man muss dringend eine positive und offene Trennung von Kirche und Staat definieren, die auf der Grundlage einer rechtmäßigen Autonomie der säkularen und der geistlichen Ordnung eine gesunde Zusammenarbeit und einen Geist der gemeinsamen Verantwortung fördert", meinte der Papst.

Bei seiner Ansprache äußerte er sich auch zur aktuellen Wirtschaftskrise, deren Wurzeln er in einer "egoistischen und materialistischen Mentalität" sieht. Die Krise habe die Weltwirtschaft erschüttert und eine "schwerwiegende und weitreichende soziale Instabilität" verursacht. "Letztendlich liegen die Wurzeln der Krise in einer gängigen egoistischen und materialistischen Mentalität, die die jedem Geschöpf innewohnenden Grenzen vergessen hat. Heute bedroht diese Mentalität gleichermaßen die Schöpfung", sagte der Papst.

"Leugnung Gottes zerstört Schöpfung"

Als Beispiel für die Schäden, die die egoistische Denkweise überall an der Umwelt verursacht, nannte der Papst das atheistische sowjetische Regime. "Als vor zwanzig Jahren die Berliner Mauer fiel und die materialistischen und atheistischen Regime, die mehrere Jahrzehnte lang einen Teil dieses Kontinents beherrscht hatten, in sich zusammenbrachen, konnte man da nicht die tiefen Wunden ermessen, die ein Wirtschaftssystem ohne Bezugspunkte, die auf der Wahrheit über den Menschen beruhen, nicht nur der Würde und der Freiheit der Menschen und Völker, sondern durch die Verschmutzung des Bodens, des Wassers und der Luft auch der Natur zugefügt hatte? Die Leugnung Gottes entstellt die personale Freiheit, aber sie zerstört auch die Schöpfung", warnte der Papst.

Die Sorge um die Schöpfung sei nicht in erster Linie eine Antwort auf einen ästhetischen, sondern vielmehr auf einen moralischen Anspruch. "Denn die Natur bringt einen Plan der Liebe und der Wahrheit zum Ausdruck, die uns vorausgehen und von Gott kommen", erklärte der Papst. Der Einsatz für die Umwelt sei um so wichtiger, da es geradezu um das Schicksal ganzer Länder, insbesondere der kleinen Inselstaaten, geht", so Benedikt XVI.

Der Schutz der Schöpfung sei ein wichtiger Faktor auch für den Frieden und die Gerechtigkeit. "Eine der größten Herausforderungen stellt diesbezüglich die Zunahme der militärischen Ausgaben sowie die Erhaltung und der Aufbau der Atomwaffenarsenale dar. Dafür werden enorme wirtschaftliche Ressourcen in Anspruch genommen, die sonst für die Entwicklung der Völker, insbesondere der ärmsten, verwendet werden könnten", betonte der Papst.

(APA)