Zeitreise

Retten, was zu retten ist: Eine Revolution im Österreich von 1918

(c) Wilhelm Willinger / Imagno / pic (Wilhelm Willinger)

Revolutionäre lieben Barrikaden und wütende Massen. Ganz anders die Ereignisse am 12. November 1918 in Österreich. Die Beseitigung der Monarchie und die Gründung einer demokratischen Republik war doch wohl eine Revolution. Aber eben eine österreichische. Ein Auszug aus unserem neuen Geschichte-Magazin zu 1918.

Die Revolution! Zweifellos ein großes Wort, das ein erhabenes Ereignis anzeigt, Menschenmassen ziehen durch Straßen, sie stürmen Gebäude, töten die dort verschanzten Machthaber, kurz: Sie machen Geschichte. Zugleich ist es ein Gefühlsereignis, geprägt von Hass gegenüber dem Vergangenen und Liebe zu dem, was kommen wird. „Strukturen gehen nicht auf die Straße“, sagte man 1968, es braucht schon die großen Emotionen, den Gesang: „An die Laterne mit ihm!“ Kann freilich sein, dass man nach dieser emotionalen Hochschaubahn wieder auf der Straße landet, im ruhigen Gang der Geschichte, und nicht begreifen kann, dass der Traum durch die Wirklichkeit besiegt wurde.