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Jamaika-Aus: An der Börse droht jetzt Katerstimmung statt Jahresendrallye

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Investoren an der Frankfurter Börse sind besorgt(c) APA/dpa/Frank Rumpenhorst (Frank Rumpenhorst)
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Das Aus für Jamaika in Deutschland hat am Montag den Euro unter Druck gesetzt. Auch an der Börse droht eine längere Hängepartie.

Das Aus für die Jamaika-Sondierungsgespräche in Deutschland sorgt bei Börsianern für Unruhe.  "An der Börse heißt es jetzt Katerstimmung statt Jahresendrallye. Die Unsicherheit ist jetzt größer als nach der Wahl. Deutschland droht eine längere Hängepartie. Und Unsicherheit mögen die Börsen und die Anleger gar nicht", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners. "Neuwahlen sind aktuell der größte Risikofaktor, auch für die Börse. Hier wäre die Hängepartie am längsten. Zudem weiß keiner, wie Neuwahlen ausgehen und wie es danach weitergehen kann. Deutschland könnte für eine längere Zeit politisch gelähmt sein. Das ist eine schlechte Nachricht: Nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte Euro-Zone und die gesamte EU."

Nicht ganz so schlimm sieht Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, die Situation: "Natürlich ist die Unsicherheit Gift für die Wirtschaft. Aber das Scheitern der Jamaika-Sondierungen kann für die Unternehmen kein Schock sein, nachdem sich die Verhandlungen quälende vier Wochen hingezogen hatten. Darüber hinaus befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer äußerst robusten Verfassung."

Druck auf den Euro

Das Aus für Jamaika hat am Montag jedenfalls den Euro unter Druck gesetzt. In der Früh kostete die Gemeinschaftswährung 1,1735 US-Dollar und damit rund einen halben Cent oder ein halbes Prozent weniger als vor dem Bekanntwerden des Abbruchs durch die FDP.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1795 Dollar festgesetzt.

Am späten Sonntagabend hatte sich die FDP aus den Sondierungsgesprächen mit Union und Grünen verabschiedet. Die wochenlangen Bemühungen um eine konservativ-linksliberale Koalition scheinen damit gescheitert zu sein. Die politischen Verhältnisse im wichtigsten Wirtschaftsland der Eurozone sind somit unübersichtlich geworden. Sowohl Deutschland als auch der Euroraum waren zuletzt aber robust gewachsen, was den Euro beflügelt hatte. (Reuters/apa/dpa/höll)