Defizitsünder: Kredite für Griechenland werden teuer

Griechenlang in Finanznot
Griechenlang in Finanznot(c) AP (Thanassis Stavrakis)
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Die Zahlungsfähigkeit des Landes wurde herabgestuft. Das verteuert nun die Kredite. Die Zinsen für neue Staatsanleihen haben sich verdoppelt. 2009 betrug das Haushaltsdefizit 12,7 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die ausufernde Neuverschuldung Griechenlands kommt das südeuropäische Land bereits teuer zu stehen. Das Land konnte sich am Dienstag zwar wie geplant am Finanzmarkt 1,6 Milliarden Euro leihen, musste dabei aber einen drastischen Anstieg der Zinsen hinnehmen, weil Anleger einen deutlich höheren Risikoaufschlag forderten.

Für einjährige Papiere verlangten die Investoren eine Rendite von 2,2 Prozent. Bei der letzten Auktion dieser Anleihen im Oktober hatten sie sich noch mit 0,91 Prozent zufriedengegeben. Die Rendite halbjähriger Papiere erhöhte sich ebenfalls um mehr als das zweifache: auf 1,38 von zuletzt 0,59 Prozent.

Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent

Die neue sozialistische Regierung hatte nach der Wahl im Herbst für 2009 ein Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent der Wirtschaftsleistung enthüllt - doppelt so hoch wie von der Vorgängerregierung angegeben. Daraufhin hatten Ratingagenturen die Bonität des Landes herabgestuft, was nun die Kredite verteuerte.

Die EU-Finanzminister werden am 19. Jänner zum wiederholten Mal über die Statistiken Griechenlands sprechen. Das Land ist der größte Schuldensünder der Eurozone. Grund ist ein Bericht der EU-Kommission mit massiven Vorwürfen gegen den Athener Statistikbehörden, wie es am Dienstag in Brüssel hieß. "Die derzeitige Organisation garantiert nicht die Unabhängigkeit und die Verantwortlichkeit der nationalen Statistikbehörden", heißt es in dem Bericht.

Im Februar wollen die EU-Finanzchefs das Defizit-Strafverfahren gegen Athen in Richtung von Sanktionen verschärfen.

(Ag.)

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