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Forschung: Starke Quote, wenig Frauen

Symbolbild.
Symbolbild.(c) imago/imagebroker (imageBROKER/Simon Belcher)
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Die OECD lobt Österreich für seine hohe Forschungsquote, kritisiert aber, dass es zu wenig Erfinderinnen gibt.

Wien. Mit Ausgaben von 3,12 Prozent des BIP (2015) für Forschung und Entwicklung (F&E) liegt Österreich im Spitzenfeld der im „OECD-Scoreboard Wissenschaft, Technologie und Industrie 2017“ gelisteten Länder. Relativ deutlich aus der Rolle falle Österreich aber bei der Beteiligung von Frauen im Innovationssystem, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

In ihrem Länderreport hebt die OECD zwar hervor, dass Österreich mit 29 Prozent immerhin die vierthöchste Absolventenrate in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik sowie Informations- und Kommunikationstechnologien auf tertiärem Level aufweist (wozu die OECD in Österreich auch die HTL-Absolventen rechnet). Gleichzeitig wird in dem Bericht der niedrige Frauenanteil in diesem Bereich von lediglich einem Viertel betont.

Auch der Gesamtanteil weiblicher Forscher liegt laut der Auswertung unter einem Viertel. Und der Frauenanteil unter den erfolgreichen Patenteinreichungen bei den fünf führenden Anmeldestellen für geistiges Eigentum (im Zeitraum zwischen 2012 bis 2015) ist mit 3,8 Prozent in Österreich der niedrigste unter allen 38 berücksichtigten Ländern. Zum Vergleich: Deutschland belegt hier mit 5,2 Prozent den vorletzten Platz, der Schnitt der 28-EU-Mitgliedsländer liegt bei 7,1 Prozent.

Unternehmen profitieren in Österreich im internationalen Vergleich stark von F&E-Förderungen der öffentlichen Hand. Das habe auch zu einer Zunahme der Forschungstätigkeit geführt. Insgesamt sei das heimische Wissenschaftssystem jedenfalls stark international vernetzt. Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf der Rolle der Digitalisierung und der digitalen Transformation. Die Zentren dieser Entwicklung liegen demnach nicht in Europa: So kamen im Zeitraum zwischen 2012 und 2015 zwischen 70 und 100 Prozent der führenden IKT-Entwicklungen aus China, Taiwan, Südkorea, Japan und den USA. (ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2017)