Die Unis dürfen kein Auffangbecken für die sein, die an den Fachhochschulen scheitern, sagt Rektorenchef Sünkel. Und fordert deshalb eine "Flurbereinigung" im tertiären Sektor.
Die Rektoren fordern im Wettbewerb mit den anderen Einrichtungen des Hochschulsektors gleiche Bedingungen. "Es kann nicht sein, dass Segmente des tertiären Bildungssektors unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen arbeiten müssen, gleichzeitig aber im Wettbewerb miteinander stehen", betonte der neue Chef der Universitätenkonferenz (uniko), Hans Sünkel. Der derzeitige Zustand erinnere ihn an seine Maturareise - bei einem Fußballmatch habe seine Klasse barfuß antreten müssen, während die Gegner normale Fußballschuhe hatten.
"Es darf nicht sein, dass die Universitäten ein Auffangbecken für die sind, die an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen scheitern", meinte Sünkel. An den Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH) gibt es Aufnahmeverfahren, in den meisten Studienrichtungen an den Unis nicht. Weiters verfügen die FH über ein System der Studienplatzfinanzierung, die Unis nicht.
Uni-Zugang muss Priorität haben
Wenig überraschend ist daher Sünkels Forderung, dass die Themen Uni-Zugang und Uni-Finanzierung "ganz oben auf der Agenda" für 2010 stehen müssten - der oberste politische Adressat dafür fehlte allerdings: Noch-Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) weilte in Brüssel.
Von einem von Hahn im Vorjahr angekündigten "Hochschulplan" erwartet Sünkel eine "Flurbereinigung" im tertiären Sektor. Es sei nicht akzeptabel, dass Universitäten mit einem freien Zugang für hohe Drop-Out-Raten gerügt und einerseits qualitative Zugangsregeln abgelehnt und andererseits hohe Studiendauern angeprangert würden. Beim politisch bisher nur unverbindlich festgelegten Ziel der Anhebung des Hochschulbudgets auf zwei Prozent des BIP forderte Sünkel die Politik auf, "den höchsten Gang einzulegen" und "das Gaspedal durchzudrücken". Als Vehikel dazu könnte ein von Hahn ebenfalls angekündigtes Forschungsfinanzierungsgesetz dienen - und noch eines für Bildung dazu.
(APA/Red.)