Vorwürfe gegen Scheuch: Staatsbürgerschaft für Geld?

Vorwürfe gegen Uwe Scheuch: Staatsbürgerschaft für Geld?
Vorwürfe gegen Uwe Scheuch: Staatsbürgerschaft für Geld?(c) APA (Gert Eggenberger)
  • Drucken

Laut "News" soll FPK-Chef Scheuch einem Russen als Gegenleistung für Investitionen in Kärnten und eine Parteispende die Staatsbürgerschaft angeboten haben. Scheuch spricht von einer "Schmutzkübelkampagne".

Der Kärntner FPK-Chef Uwe Scheuch soll in einen Parteispenden-Skandal verwickelt sein. Das berichtet die Info-Illustrierte "News" in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Scheuch habe 2009 die Bereitschaft signalisiert, einem Russen im Gegenzug zu einem Investment und einer Spende an das BZÖ die österreichische Staatsbürgerschaft zu verschaffen.

"News" will am Donnerstag Auszüge eines Tonbandmitschnittes von dem Gespräch zwischen Scheuch und einem Politikberater veröffentlichen. In dem Gespräch soll der Berater erklärt haben, er habe einen russischen Investor an der Angel, der - falls er in Kärnten investiert - jedoch die österreichische Staatsbürgerschaft wolle. Es gelte daher "die Rahmenbedingungen" zu diskutieren.

"Staatsbürgerschaft no na net part of the game"

Scheuch antwortete laut "News": "Wenn ein Investor kommt und was tut, kriegt er amol den Status einer besonderen Person." Wenn der Investor beispielsweise fünf Millionen Euro investiere und das Projekt umgesetzt werde, dann sei "die Staatsbürgerschaft no na net part of the game".

Scheuch soll außerdem gesagt haben: "Ich tät mir halt wünschen, dass auch ein bisschen was für die positive Zukunft des BZÖ überbleibt. (...) Ich will, falls der Investor kommt, in irgendeiner Form davon auch profitieren können für die Partei. In Form einer Spende." Die Größenordnung der Parteispende solle zwischen fünf und zehn Prozent liegen. Er fände es gut, wenn der Zahlungsfluss über eine Agentur laufe, so Scheuch laut dem Bericht.

Ein Deal mit dem russischen Investor soll dann aber letztlich nicht zustande gekommen sein, denn "Scheuchs Gesprächspartner wollte lediglich wissen, ob und wie Parteispenden in Kärnten abgewickelt werden".

Grüne erstatten Anzeige

Die Grünen kündigten aufgrund der Vorwürfe am Mittwoch an, Anzeige gegen Scheuch wegen des Verdachts der verbotenen Geschenkannahme und des Amtsmissbrauchs bei der Vergabe von Staatsbürgerschaften zu erstatten. Wenn sich der "News"-Bericht als richtig erweise, sei Scheuch rücktrittsreif, erklärte der Grüne Abgeordnete Dieter Brosz.

Herwig Seiser von der Kärntner SPÖ erklärte, die Causa sei ein "hochnotpeinlicher Beweis" für das "verlotterte orange-blaue Sittenbild in Kärnten". Auch er hält Scheuch für rücktrittsreif, wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten.

Der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz verlangte volle und rasche Aufklärung von seinem Koalitionspartner.

Scheuch: "Schmutzkübelkampagne"

Scheuch selbst sprach in einer Aussendung von einer "Schmutzkübelkampagne". "Aus keiner einzigen Passage der zitierten Aussagen geht hervor, was daran problematisch sein soll. Jeder Politiker, egal ob auf Gemeinde-, Bezirks-, Landes- oder Bundesebene, hat die Verpflichtung, sich um inländische und ausländische Investoren zur Stärkung der heimischen Wirtschaft zu bemühen". so der FPK-Chef.

(Red.)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.