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Nordkorea: Asselborn gegen US-Forderung zur Botschaftsschließung

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un soll nach Ansicht der USA vollkommen isoliert werden
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un soll nach Ansicht der USA vollkommen isoliert werdenAFP
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Die USA fordern alle Länder auf, ihre diplomatischen Beziehungen mit dem stalinistischen Regime abzubrechen. Luxemburgs Außenminister warnt davor.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hält wenig davon, als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Raketentest nun Botschaften in dem Land zu schließen. "Bis jetzt war die Linie ganz klar", sagte er dem ARD-Morgenmagazin. Europa sei den UN-Sanktionen gefolgt und habe eigene Strafmaßnahmen verhängt, zugleich aber Gesprächskanäle offengelassen. Er glaube daher auch jetzt, dass nicht alle Botschaften geschlossen werden sollten. "Wenn alles geschlossen wird, alle Dämme gebrochen sind, dann bleibt ja nur eines: Dass man dann mit Gewalt reagiert. Und das kann ja auch nicht gehen."

Die USA hatten am Mittwoch (Ortszeit) alle Länder aufgefordert, ihre diplomatischen sowie Handelsbeziehungen mit Pjöngjang abzubrechen. Länder wie Deutschland, das eine Botschaft in Nordkorea unterhalten, wurden aufgefordert ihren Botschafter abzuziehen. Österreich hat keine diplomatischer Vertretung in Pjöngjang.

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, berichtete bei einer Dringlichkeitssitzung im Sicherheitsrat, dass Trump in einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping auch gefordert habe, China solle sämtliche Öllieferungen an Nordkorea stoppen. "Dies wäre ein entscheidender Schritt bei den weltweiten Bemühungen, diesen internationalen Paria zu stoppen", sagte die US-Diplomatin.

USA drohen mit "vollkommener Zerstörung"

Sollte es zum Krieg kommen, werde die Führung Nordkoreas "vollkommen zerstört" werden. Mit seinem jüngsten Test einer Interkontinentalrakete habe Nordkorea sich für "die Aggression entschieden" statt für einen friedlichen Prozess, sagte Haley. "Das Verhalten Nordkoreas ist immer weniger tolerierbar." Trump hatte bereits bei seinem ersten Auftritt vor der UNO im September Nordkorea mit der "völligen Zerstörung" gedroht.

Trump kündigte neue Strafmaßnahmen an. Noch am Mittwoch würden "zusätzliche bedeutende Sanktionen" gegen Pjöngjang verhängt, gab der US-Präsident über den Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt. Den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un beschimpfte Trump als "kranken Welpen".

Nordkorea hatte am Mittwoch (Ortszeit) eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet. Anschließend erklärte das autokratisch geführte Land, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Kim erklärte, der Test habe seinem Land geholfen, das Ziel einer Atommacht zu erreichen.

Nach US-Erkenntnissen stürzte die Rakete etwa tausend Kilometer vom Startort entfernt ins Meer, sie habe keine Gefahr für Nordamerika dargestellt. Experten zufolge handelte es sich aber um eine besonders starke Rakete mit großer Reichweite.

China pocht auf Pakt zwischen Nordkorea und USA

International wurde die neue Provokation verurteilt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres beizeichnete sie als "klaren Verstoß" gegen UN-Resolutionen. Auch China, der letzte verbliebene Verbündete Nordkoreas, äußerte seine "große Sorge" und zugleich die Hoffnung auf eine "friedliche Beilegung" des Konflikts. Peking bekräftigte seinen Vorschlag, wonach Nordkorea seine Waffentests einstellen soll und die USA im Gegenzug ihre Militärmanöver in der Region aussetzen. Washington hat dies wiederholt abgelehnt.

Trump und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärten nach einem gemeinsamen Telefonat: "Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran."

Russland sprach von einer "Provokation" Nordkoreas. Der Raketentest lasse die Aussichten auf eine Beilegung der Krise in die Ferne rücken, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Als Reaktion auf den sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest Nordkoreas vom 3. September hatte der Sicherheitsrat wenige Tage später ein achtes Sanktionspaket gegen Pjöngjang beschlossen. Dieses beinhaltet unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen.

(APA/AFP)