Bitcoin taumelt um 10.000-Dollar-Marke - kein digitaler Euro in Sicht

Die Internet-Währung Bitcoin hat ihre Achterbahnfahrt am Donnerstag fortgesetzt. Die deutsche Bundesbank rechnet nicht mit einer raschen Einführung eines digitalen Zentralbankgelds im Euro-Raum.

Auf der größten und liquidesten Plattform Bitstamp, die in Luxemburg ansässig ist, schwankte am Donnerstag der Kurs des virtuellen Geldes Bitcoin um die in dieser Woche erstmals geknackte 10.000-Dollar-Marke. Einem Tagestief von 9708 Dollar stand ein Hoch von über 10.618 Dollar gegenüber. Am Mittwochvormittag war der Preis auf kleineren Plattformen zeitweise über 11.000 Dollar für eine Bitcoin-Einheit gesprungen. In der Spitze wurde ein Hoch von 11,395 Dollar markiert, ehe es im US-Handel wieder bis auf 9500 Dollar nach unten ging.

"Wie viele erfahrene Händler genau wissen: Alles was hoch steigt, fällt um so schneller wieder runter - wenn die Zeit gekommen ist", sagte James Hughes, Marktanalyst beim Brokerhaus Axitrader. Warnungen über eine aufgeblähte Spekulationsblase blieben bislang ohne Wirkung am Markt. Im Gegenteil: Die in London ansässige Blockchain.info - eine der größten Bitcoin-Anbieter - teilte Reuters am Mittwoch mit, dass eine Rekordzahl neuer Nutzer sich schon am Dienstag angemeldet habe. Neue Bitcoins werden durch sogenanntes "Mining" erzeugt. Alle Transaktionen in der Cyber-Währung werden verschlüsselt und in eine Datenbank geschrieben, die sogenannte Blockchain.

Das virtuelle Geld, mit dem schnell und anonym über das Internet Geschäfte gemacht werden können, wird von keiner Zentralbank geschützt, der Handel ist nicht reguliert. Zahlreiche Notenbanker kommentierten in den vergangenen Tagen den Hype um die Krypto-Währung. Unter anderem äußerten sich Vertreter der Fed, wie John Williams, der dem regionalen Ableger in San Francisco vorsteht. Die US-Notenbank plane zwar keine Digitalwährung, erforsche aber die Technologie, sagte er. Bundesbank-Vorstand Ludwig Thiele erteilte digitalem Zentralbankgeld eine klare Absage: Das sei in einem vorhersehbaren Zeitraum keine realistische Option, sagte er. 

 

Auf absehbare Zeit kein digitaler Euro

Die deutsche Bundesbank rechnet nicht mit einer raschen Einführung eines digitalen Zentralbankgelds im Euro-Raum. Von digitalem Bargeld könnten erhebliche Konsequenzen für das Finanzsystem und die Finanzstabilität ausgehen, die aus heutiger Sicht nicht abschätzbar seien, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext. "Deshalb ist die Emission digitalen Zentralbankgeldes aus unserer Sicht in einem vorhersehbaren Zeitraum keine realistische Option." Thiele ist im Bundesbank-Vorstand unter anderem für Zahlungsverkehr zuständig.

Viele Zentralbanken beschäftigen sich momentan mit der Technologie, die hinter diesen digitalen Währungen steht. Die schwedische Zentralbank arbeitet beispielsweise an der digitalen e-Krona. Thiele zufolge spielt dabei eine Rolle, dass in Schweden echtes Bargeld in Form der Krone kaum noch akzeptiert wird. "Diese Erfahrung machen wir in Deutschland und auch im Euroraum nicht." Die EZB hatte in der vergangenen Woche eine Studie veröffentlicht, nach der in der Euro-Zone immer noch vier von fünf Einkäufen bar bezahlt werden.