Sie wurde zur Namensgeberin des Korruptionsprozesses um Karl-Heinz Grasser und Co., die Bundeswohnbaugesellschaft, kurz: Buwog. Geschadet hat ihr das nicht. Eine kurze Kulturgeschichte des Wohnens - vor dem Hintergrund eines Skandals. Von Hedi Schneid.
Als die noch nicht einmal freie Republik Österreich in den frühen 1950er-Jahren auf die Idee kam, ihren Bundesbediensteten günstigen Wohnraum zu verschaffen, ahnte kein Politiker, dass eine der fünf biederen Wohnbaugesellschaften – nämlich die Buwog – gut 50 Jahre später die Republik mit einem Korruptionsskandal ohnegleichen erschüttern würde. Rund 61.000 Wohnungen hatten die Gesellschaften in ihrem Eigentum und verwalteten diese.
Lange wurde dieser Schatz nicht angetastet. Erst als mit der schwarz-blauen Bundesregierung im Jahr 2000 eine Privatisierungswelle eingeleitet wurde, um die klammen Staatskassen zu füllen, änderte sich das. Der junge Finanzminister Karl-Heinz Grasser fasste noch im selben Jahr den Plan, die Wohnbaugesellschaften zu privatisieren.