Sag mir, wo der Marmor herkommt

Die Büste des Commodus im J. Paul Getty Museum in Los Angeles, USA. Der Nachweis, dass sie aus Göktepe-Marmor besteht, belegte zugleich ihre Echtheit.
Die Büste des Commodus im J. Paul Getty Museum in Los Angeles, USA. Der Nachweis, dass sie aus Göktepe-Marmor besteht, belegte zugleich ihre Echtheit.(c) The J. Paul Getty Museum
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Proben von Skulpturen römischer Kaiser zeigen: Das Material dafür stammte großteils aus einer vergessenen Marmorlagerstätte in der heutigen Westtürkei. Es wurde lange verwechselt.

Anfang der 1990er-Jahre stritten sich Experten auf einer internationalen Konferenz darüber, aus welchem Marmor der im bekannten Getty Museum in Los Angeles, USA, ausgestellte Commodus ist. Nach reiflicher Diskussion hielt man das Porträt des römischen Kaisers, der von 180 bis 192 n. Chr. herrschte, für aus dem weltberühmten italienischen Carrara-Marmor gemacht. Der an der Montanuniversität Leoben tätige Geologe Walter Prochaska weiß es heute besser. Seine Analysen haben gezeigt, dass der Kopf aus Göktepe-Marmor gehauen wurde.

Dieser stammt aus einer lange vergessenen Lagerstätte in Kleinasien, der heutigen Südwesttürkei. Wiederentdeckt wurden die 19 Abbaustellen rund 30 Kilometer südwestlich von Aphrodisias, wo es eine berühmte Bildhauerschule gab, erst vor etwa neun Jahren. „Dieser wunderschöne weiße Marmor war über 1500 Jahre hinweg verschollen“, berichtet der Forscher. Und das, obwohl sehr viele der heute weltweit in Museen lagernden Herrscherbüsten daraus gefertigt sind.


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