Inselstaat Jamaika ist pleite

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MARLEY(c) AP (Collin Reid)
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Jamaika kann seine Schulden nicht mehr zahlen und erfüllt damit die Voraussetzung für einen Staatsbankrott. Die Regierung bittet die Gläubiger, bestehende Anleihen gegen neue, billigere umzutauschen.

Jamaika hat seinen Gläubigern angeboten, Anleihen im Wert von rund 7,8 Milliarden Dollar gegen neue Bonds mit niedrigerer Verzinsung umzutauschen. Diese faktische Bitte um Zahlungsaufschub gilt als technische Definition eines Staatsbankrotts, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Dieser ist gegeben, wenn ein Land seine Schulden zum Teil nicht mehr leisten kann oder will. 

Umschuldung als Chance

Konkret bietet die Regierung an, die aktuellen Anleihen mit 17 Prozent Verzinsung gegen neue mit "nur" elf Prozent Rendite zu tauschen. Dafür wird die Laufzeit um bis zu drei Jahre verlängert. Das Angebot gilt bis 25. Jänner.

Touristen bleiben aus

Seit Beginn der Wirtschaftskrise bleiben die für die Volkswirtschaft wichtigen Touristen, vor allem aus den USA aus.Tourismus ist neben dem Bergbau und der Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes.

Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass das BIP Jamaikas 2009 um 3,6 Prozent geschrumpft ist, für heuer rechnet er mit einem Minus von 0,2 Prozent.

Jamaika hat rund 2,8 Millionen Einwohner, das Durchschnittsalter ist 23. Die Insel stand bis 1962 unter britischer Kolonialherrschaft. Weltweit bekannt ist Jamaika vor allem durch den Reggae-Urvater Bob Marley, das berühmteste Kind der Insel.

(ebl)

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