Die Gewinner und Verlierer der wichtigsten Fonds des abgelaufenen Jahres im Überblick. Das verwaltete Fondsvolumen der 25 Kapitalanlagegesellschaften erreichte im Jahr 2009 einen Wert von 136,7 Mrd. Euro.
Wien (APA/nst). Bei den österreichischen Investmentfondsgesellschaften zeichnete sich im vergangenen Jahr eine Erholung ab. Das verwaltete Fondsvolumen der 25 Kapitalanlagegesellschaften erreichte im Jahr 2009 einen Wert von 136,7 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung von 8,5 Prozent im Vergleich zu 2008. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise, im Jahr 2007, wurden allerdings noch 163,8 Mrd. Euro verwaltet. Knapp ein Drittel der Verluste, die im Zuge der Finanzkrise eingefahren wurden, konnten im abgelaufenen Jahr wettgemacht werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).
Die größten Gewinner des vergangenen Jahres waren österreichische Aktienfonds. Ihr Wert erhöhte sich im Schnitt um 49,8 Prozent und damit stärker als der des Wiener ATX. Dieser nahm 2009 um rund 43 Prozent zu. Anbei die wichtigsten Fonds (in Euro) im Jahresvergleich:
•Unter den österreichischen Aktienfonds stachen im Einjahresvergleich der 3-Banken-Österreich-Fonds (Drei Banken Generali Invest) und Constantia Vorsorge Aktien (CPB Kapitalanlage) mit einem Plus von 69,38 Prozent und 66,79 Prozent hervor. Am schlechtesten stiegen Anleger aus, die im Austrian Equity Trust (plus 32,17 Prozent) und im Österreich Plus Fonds (plus 39,35 Prozent) investiert waren. Diese wurden von Spängler und Bawag P.S.K. Invest aufgelegt.
•Zu den besten Geldmarktfonds zählten im vergangenen Jahr Espa Cash Asset Backed mit einem Plus von 15,78 Prozent und Superior 5-Ethik Geld (+14,24 Prozent). Sie wurden von Erste-Sparinvest und Schellhammer & Schattera vertrieben. Zu den Verlierern gehörten Bawag P.S.K. EU Cash (+2,60 Prozent, Bawag P.S.K. Invest) und FI Short Term Bond Drei (+2,62 Prozent, Pioneer Investments Austria).
•Invesco Extra Income Bond (+48,63 Prozent, Kepler-Fonds) und der Espa Bond USA-High Yield (+46,86 Prozent, Erste Sparinvest) zählten zu den Rentenfonds mit den höchsten Erträgen. Am schlechtesten performten die Rentenfonds Klassic Dynamic Anleihen (-3,19 Prozent) und Raiffeisen-Dynamic-Bonds (-3,07 Prozent). Sie wurden von der Raiffeisen Salzburg Invest und Raiffeisen KAG aufgelegt.
•Der Delphin Invest (+35,91 Prozent, Erste Sparinvest) und Asset Management 10:90 (+24,43 Prozent, Kepler-Fonds) waren die besten gemischten Fonds mit einer konservativen Veranlagung. Das geringste Wachstum hatten Apo Pharma Invest Fonds (+0,81 Prozent) und C-Quadrat Active Conservative (+2,30 Prozent, beide C-Quadrat) vorzuweisen.
•Das höchste Plus beim Anlageschwerpunkt internationale Aktien erzielten Raiffeisen-Emerging-Markets-Aktien (Raiffeisen) und PIA-R.i.ch. Stock (Pioneer Investments Austria) mit einer Performance von plus 99,66 und 93,55 Prozent. Zu den Verlierern im Jahr 2009 zählten Salus Alpha Real Estate und Salus Alpha Equity Hedged (-12,74 Prozent und -7,1 Prozent). Beide wurden von der Erste Sparinvest aufgelegt.
•Zu den ertragreichsten Veranlagungen, deren Schwerpunkt auf Gesamteuropa lag, gehören Meinl Eastern Europe (+111,06 Prozent, Julius Meinl Investment) und C-Quadrat Springer European Plus (+60,30 Prozent, C-Quadrat). Die niedrigsten Zuwächse verzeichneten Ecology Stock Fokus (+3,75 Prozent, Carl Spängler) und Invesco Top of Europe) (+23,48 Prozent, Hypo).
•Bei Veranlagungen mit einem Anlageschwerpunkt in Osteuropa erzielten Raiffeisen-Russland-Aktien (+168,18 Prozent, Raiffeisen) und PIA-Russia Stock (+163,49 Prozent, Pioneer Investments Austria) die beste Performance. Das schwächste Ergebnis haben Espa Stock Adriatic (+3,27 Prozent, Erste Sparinvest) und Hypo South Eastern European Opport. (+9,19 Prozent, Hypo) vorzuweisen.
•Der Espa Alternative Emerging Markets und der Espa Garant China, beide Alternative Fonds und von der Erste Sparinvest aufgelegt, konnten gegenüber 2009 eine Steigerung von 27,72 und 24,24 Prozent verbuchen. Negativ entwickelten sich die Hypo-Fonds Qn equity fund (-24,49 Prozent) und Alizee Q L/S Equity (-15,30 Prozent).
•Die fünf österreichischen Immobilienfonds konnten ihr Volumen im Vorjahr um 13,4 Prozent auf rund 1,94 Mrd. Euro erhöhen. Real Invest Austria (Real Invest Austria) erzielte ein Plus von 2,98 Prozent. Die höchsten Einbußen verzeichnete Real Invest Europe (-17,42 Prozent).
In Summe verwalteten die 25 Kapitalanlagegesellschaften im Vorjahr 2174 Wertpapierfonds. 2008 betrug die Zahl der Fonds 2300. Das größte Fondsvolumen (26,9 Mrd. Euro) wurde 2009 von der Raiffeisen KAG verwaltet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2010)